Ein Tag wie heute mit Hartz IV

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Ein Tag wie heute mit Hartz IV.

Jeden Morgen das selbe. Aufstehen, einen kleinen Kaffee trinken, Brote schmieren, nicht zu viele sonst haben die Kinder nichts mehr. Also fährt mein Mann hungrig auf die Arbeit. Die letzten 10 Euro (es ist erst der 5. des Monats) wird er tanken. Sonst müsste er sich krank melden. Ich wecke die Kinder. Die „Große“ steht auf und geht aufs „Töpfchen“. Die „Kleine“ tapst aus ihrem Bett in die Küche und trinkt Wasser aus dem Wasserhahn, dass ich ihr in einem kleinen Becher reiche. Etwas anderes ist nicht da, nur Tee und den trinken sie nur kalt. Ich wasche beide und ziehe die „Große“ an, die „Kleine“ wickele ich. Mit einem rechnenden Blick schätze ich die Anzahl an Windeln ab die noch da sind. Sie müssten noch drei Tage reichen, bis dahin muss ich schauen was ich noch von meinen Sachen bei einem Namen haften Internetauktionshaus verkaufen kann.

Ich packe der Großen ihr Brot in den Rucksack. Die Auswahl war klein, Brotaufstrich oder Brotaufstrich. Eine traurige Ironie steigt in mir auf. Wir bringen die Große in die Kita. Und wieder ab nach hause. Dort angekommen überlege ich fieberhaft was ich zu Mittag machen könnte. Die Frage beschäftig mich noch eine Stunde nachdem ich meine Große wieder abgeholt habe. Meine Tochter zieht ihr halbes Brot aus dem Rucksack und sagt: Mama das hab ich noch vom Frühstück du musst mir nix machen. Wir essen wenn Papa wieder von der Arbeit daheim ist, sonst hat ja der Papa nix mehr zu essen.“

Mir steigen die Tränen auf und ich schau schnell weg. Ich überlege weiter soll ich Grießbrei machen??? Nein da ist mir die Milch zu teuer. Brot muss ich noch backen. Fleisch kann ich mir beim besten willen nicht leisten, auch Gemüse nicht. Ich sinke an meinem Esstisch in mich zusammen. Resigniere weil ich an der Situation nichts ändern kann. Am Abend stell ich sicher das meine Kinder und mein Mann (der übrigens unter Diabetes mellitus Typ 1 leidet) genug gegessen haben. Und auf die Frage meines Mannes ob ich den kein Hunger hätte, antworte ich das mir die Tasse Fleischbrühe gereicht habe die ich mittags getrunken habe und bei dieser Hitze eh nichts runter bekomme. Am ende des Tages bin ich damit beschäftigt gegen den Hunger zu kämpfen. Nachts liege ich Stunden lang wach und überlege wo ich einsparen könnt. Doch ich finde nichts, Strom, Gas, Miete, Benzin (es gibt keine vernünftige Verbindung zur Arbeit mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln), dann ist das ganze Geld schon weg. Ich selbst suche verzweifelt Arbeit, aber bis jetzt nur Ablehnungen. Bei zwei Kleinkindern hat Frau schon so gut wie verloren. (Ein Leserbeitrag von Jasmin, 27.05.2008)

Hartz IV abschaffen?

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