Autoversicherung wird für Hartz IV Bezieher teurer

Es wird ungerechter: Wer keine gute Bonität besitzt muss demnächst mehr für die Autoversicherung zahlen

25.04.2013

Laut einiger Medienberichte wollen zahlreiche Autoversicherer bis Ende diesen Jahres entsprechende Tarife für Geringverdiener, Schuldner oder Hartz IV-Bezieher einführen. Diese sollen nicht etwa sinken, sondern zum Teil massiv steigen. Die Versicherungskonzerne begründen den Schritt damit, dass Versicherungsnehmer mit einer „schlechten Bonität“ angeblich mehr Unfälle verursachen würden.

Wer wenig verdient, Schulden hat oder auf Hartz IV Leistungen angewiesen ist, für den wird die Autoversicherung künftig noch unerschwinglicher. "Wir testen das gerade und hoffen, dass wir zum Jahresende startbereit sind", sagte der Deutschland-Chef der britischen Direct Line, David Stachon, der Süddeutschen Zeitung (SZ). Laut Recherchen des Blattes sollen die Preise für die Autopolicen deutlich höher ausfallen, als für diejenigen, die über ein höheres Einkommen verfügen. Zudem sollen die Kunden im jährlichen oder vierteljährlichen Tonus im Voraus zahlen. In der Versicherungsbranche „herrsche Einigkeit darüber, dass Kunden die schlecht zahlen können, auch mehr Unfälle verursachen“. Aus diesem Grund würden viele Anbieter versuchen, Kunden mit einer geringen oder schlechten Bonität mit deutlich höheren Preise oder eingeschränkten Leistungen fernzuhalten. Dabei müssen die Versicherer eigentlich jeden Kunden akzeptieren.

Versicherer fürchten nicht mehr die Finanzaufsicht
Bislang hatten sich die Konzerne zurückgehalten, weil sie keinen Ärger mit der Finanzaufsicht BaFin wollten. So sehr lag der Vorwurf auf der Hand, dass hier eine Diskriminierung vorliegen könnte. Andere Experten argumentieren nun, dass durch die Vorlage der Unfallstatistiken die Spezialtarife tatsächlich eingeführt werden könnten, ohne dass es zu Mahnungen seitens der Finanzaufsicht kommen könnte.

Eine Prüfung auf Bonität sei bei den Autoversicherern „durchaus üblich“, wie die Zeitung weiter schreibt. Denn der Versicherungsschutz greift sofort nachdem das Auto angemeldet wurde und nicht erst wenn die erste Zahlung aufs Konto des Versicherers einging. Bei dem Direktversicherer Admiral Direkt ist beispielsweise der Bonitätsprüfer Arvato Infoscore für die Prüfung der Zahlungskraft verantwortlich. Dabei werden die Versicherten in drei Kategorien eingeteilt. Wer zu der schlechtesten gehört, muss künftig sehr wahrscheinlich einen teureren Autoversicherungstarif zahlen. So etwas passiert zum Beispiel, wenn jemand eine eidesstattliche Versicherung aufgrund einer Vermögensauskunft abgegeben hat. Für Hartz IV Bezieher könnte dies schon sehr bald heißen, dass das Halten eines PKWs unerschwinglich ist. (sb)

Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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