Hartz IV-Bezieher im Streik

Hartz IV-Bezieher bestreiken ihre Erwerbslosigkeit

26.05.2015

Gelsenkirchener Hartz IV-Bezieher legen am Donnerstag die Arbeitslosigkeit nieder. Mit Schaufeln bewaffnet schüppten sie Luftschlösser in den Sack. Mit der Aktion wollten die Erwerbslosen unter anderem auf die Willkür des Jobcenters aufmerksam machen, der sie sich immer wieder ausgesetzt sehen.

Erwerbslose im Streik
Unter der 25 Meter hohen Glasstele, dem Gelsenkirchener Prisma, auf dem Neumarkt haben sich am Donnerstagmorgen Erwerbslose versammelt. Sie tragen orangefarbene Arbeitswesten. Ein Schild weißt auf den „Warnstreik“ hin, bei dem die Erwerbslosen-Selbsthilfegruppe ISPA die Arbeitslosigkeit bestreikt, indem sie Luftschlösser in einen Sack schüppt. „Die Arbeitsgelegenheiten ohne Entgeltvariante kommen auch in den Sack. Und das zehnte Bewerbungstraining, und die Arbeitsfördermaßnahmen“, zitiert die Online-Ausgabe der „WAZ“ einen der Streikenden.

Auch die geplante Kürzung der Finanzmittel für Jobcenter zu Gunsten von Arbeitsförderprogrammen ist Thema bei den Demonstranten. „Wenn ich mir anschaue, welche Programme es für uns gibt, ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn den Jobcentern die Zuschüsse gekürzt werden“, sagte einer der Streikenden gegenüber der Zeitung.

Erwerbslose werden häufig stigmatisiert
„Man schert uns alle über einen Kamm und sagt, man müsse uns an die Hand nehmen“, kritisiert ein weiterer Teilnehmer des Streiks im Gespräch mit der Zeitung. Er spielt dabei auf die so genannten Aktivierungsprogramme an. „Erwerbslose werden eingeladen, man fragt sie, was sie den ganzen Tag so machen. Und dann greift die Aktivierung, man will Struktur in unseren Tag bringen. Als wenn wir morgens alle bis elf Uhr schlafen und dann erst mal ‘ne Flasche Bier trinken und eine Zigarette dabei rauchen. Aber was wir uns wirklich wünschen, ist eine halbwegs vernünftig bezahlte Arbeit.“

Die Streikenden haben grüne Handzettel im Gepäck, die sie an Passanten verteilen. Darauf haben sie einige Fakten zusammengetragen: „Atypische Beschäftigung wächst unaufhörlich. Mittlerweile arbeiten mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland ohne regulären Job. Das Bundesarbeitsministerium hat bestätigt, dass 1993 noch 4,4 Millionen Arbeitnehmer atypisch beschäftigt waren und 2013 bereits 7,6 Millionen. Leider nehmen unsere verantwortlichen Politiker diese Entwicklung nicht wahr und bauen weiter Luftschlösser.“ (ag)




Bild: fotomek/fotolia

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