Wird private Vorsorge von der Erwerbsminderungsrente abgezogen?

Lesedauer 2 Minuten

Wer eine teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente bezieht, dem wird Hinzuverdienst auf die Rente angerechnet und von dieser abgezogen. Gilt dies auch für private Vorsorge, für Lebensversicherungen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Riester-Rente oder Betriebsrenten?

Eine Lebensversicherung wird nicht berücksichtigt?

Eine ausgezahlte Lebensversicherung beeinträchtigt keine Rente wegen Erwerbsminderung. Bei der Erwerbsminderungsrente handelt es sich um eine Zahlung der gesetzlichen Rentenversicherung.

Eine private Vorsorge wie eine Lebensversicherung wird hier nicht angerechnet. Das ist unabhängig von der Höhe der Lebensversicherung.

Lesen Sie auch: - Bürgergeld Online-Rechner

Wird die Riester-Rente von der Erwerbsunfähigkeitsrente abgezogen?

Die Riester-Rente wird zwar staatlich unterstützt, ist aber eine private Vorsorge. Sie wurde extra eingeführt, um Lücken in der gesetzlichen Vorsorge zu schließen.

Der Riester-Zuschlag gilt auch bei einer Erwerbsminderungsrente und wird nicht angerechnet.

Schmälert eine Berufsunfähigkeitsversicherung die Erwerbsunfähigkeitsrente?

Eine Erwerbsunfähigkeitsrente ist eine gesetzliche Zahlung, die konkrete Voraussetzungen erfüllen muss. Ein privater Vertrag, um im Fall einer Berufsunfähigkeit vorzusorgen ist davon unbenommen.

Auch eine private Berufsunfähigkeitsrente können Betroffene also zusätzlich zur Erwerbsunfähigeitsrente erhalten, ohne Abzüge zu erleiden.

Wie werden Betriebsrenten berechnet?

In Betriebsrenten zahlen Arbeitnehmer zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung ein. Betriebsrenten werden zusätzlich zur gesetzlichen Altersrente ausgezahlt und ebenso zusätzlich zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.

Bei Nachweis der Erwerbsminderung müssen Betriebsrenten bezahlt werden

Wenn die Erwerbsminderung während einer aktiven Pflichtversicherung vor dem 60. Lebensjahr eintritt, dann werden für die Zurechnungszeit bis zum 60. Lebensjahr weitere Versorgungspunkte gutgeschrieben.

Auch die Betriebsrente wird berechnet, als hätten die Betroffenen bis dahin gearbeitet.

Auf die Zukunft beschränkte Ansprüche sind bei Erwerbsminderung unwirksam

Das Auszahlen der Betriebsrente bei Erwerbsminderung ist sogar an Berechtigung zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente gekoppelt. So kann eine Betriebsrente des Arbeitgebers bei Erwerbsminderung früher in Anspruch genommen werden.

Wie hoch sind die Hinzuverdienstgrenzen?

Die Hinzuverdienst-Regelungen für volle Erwerbsminderungsrenten entsprechen denen vorgezogener Altersrenten. Die Deutsche Rentenversicherung informiert:

“Zum 1. Januar 2024 steigen die Hinzuverdienstgrenzen für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Beim Bezug einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ergibt sich ab Januar eine jährliche Mindesthinzuverdienstgrenze von 37.117,50 Euro, bei Renten wegen voller Erwerbsminderung sind es 18.558,75 Euro.”

Was gilt als Hinzuverdienst?

Hinzuverdienst wird bei der Erwerbsunfähigkeitsrente angerechnet. Darunter fällt Einkommen aus Erwerbsarbeit, angestellt wie selbstständig. Auch ein Verdienstersatz wird Krankengeld, Verletztengeld oder Übergangsgeld kann bei Erwerbsminderung als Hinzuverdienst gewertet werden.

Bei vollständiger Erwerbsminderung werden lediglich Verletztengeld und Übergangsgeld angerechnet.

Ist das Bürgergeld besser als Hartz IV?

Wird geladen ... Wird geladen ...