Stimmungsmache bei den Renten in der Bildzeitung

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Rente: Volkssolidarität warnt vor Stimmungsmache mit Schlagzeilen.

"Das Thema Renten darf nicht missbraucht werden, um Ost-West-Konflikte zu schüren und Menschen zu verunsichern", erklärte der Präsident des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Prof. Gunnar Winkler, am Mittwoch. Er reagierte damit auf die Schlagzeile der BILD-Zeitung (Ausgabe Berlin-Brandenburg), dass Ostrentner bis zu 188 Euro mehr Rente hätten. Anlass ist der Rentenversicherungsbericht 2008 der Bundesregierung.

Winkler sagte weiter: "Es ist lange bekannt, dass die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge im Osten höher als in den alten Ländern sind. Das wird nun aber als große Enthüllung auf Seite Eins verkauft. Den Anschein von Objektivität verschafft man sich im Text mit dem Hinweis auf längere Arbeits- und Beitragszeiten im Osten, die dort entsprechend höhere Rentenzahlungen begründen. Diese fragwürdige Art der Darstellung ist geeignet, Zwietracht zu säen statt sachlich zu informieren."

Der Verbandspräsident verwies darauf, dass laut Rentenversicherungsbericht 2008 in den neuen Ländern 92 Prozent des Bruttoeinkommens der Senioren aus der gesetzlichen Rente kommen (gegenüber 59 Prozent in den alten Ländern). "Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, wenn man nicht auch auf die Gesamtheit der Alterseinkommen eingeht. Und die liegen in Ostdeutschland immer noch deutlich hinter denen von Rentnern in den alten Ländern. Laut Alterssicherungsbericht 2008 bei Ehepaaren um 16,9 Prozent, bei alleinstehenden Männern um 21,9 Prozent und bei alleinstehenden Frauen um 4,1 Prozent."

Pensionen, Betriebsrenten und Leistungen aus Versorgungswerken seien im Osten Fremdworte, betonte Winkler. "Wer als Arzt, Lehrer, Universitätsprofessor, Polizist oder Rechtsanwalt tätig war, hat in der Regel nur die gesetzliche Rente und keine zusätzliche Versorgungsbezüge. Diese Berufsgruppen gehen im Osten in die Berechnung des Durchschnitts mit ein, während sie im Westen rausgerechnet werden, da sie im Alter Pensionen und andere Bezüge haben. Auch spreche niemand über die 1,4 Millionen Renten an ehemalige ausländische Gastarbeiter, die niedrig sind und den Durchschnitt im Westen nach unten drücken."

Die Darstellung, die Ostrenten würden ein Milliardenloch in die Rentenkassen reißen, bezeichnete Winkler als "in dieser Form einseitig und irreführend". Es werde der Eindruck erweckt, als ob die Ostrentner auf Kosten der Menschen in den alten Ländern unverdient hohe Renten hätten. "Das Ungleichgewicht bei den Rentenfinanzen ist aber vor allem auf hohe Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne, massenhafte Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen sowie den im Osten schneller zunehmenden Anteil Älterer an der Bevölkerung zurückzuführen". (19.11.2008)

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