Sinn und Unsinn der Hartz IV- Fahrgastbetreuer

Eine krtische Betrachtungsweise von Anton Kmostak über Sinn und Unsinn der Ein-Euro Jobber bei den Verkehrsbetrieben VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft) in Nürnberg

Die Aufgaben eines Fahrgastbetreuers. Teil 1
(Nürnberg) Eine analytische Beobachtung und Beurteilung über Sinn und Unsinn eines Fahrgastbetreuers bei der VAG Nürnberg. Sie, Maurer, Metzger, Lehrer oder ohne Schulabschluss. Gebürtig deutsch, Russe oder Pakistani und über 55 Jahre alt und Hartz IV Empfänger. Sie sind nicht in der Lage, aus welchen Gründen auch immer, ihren Lebensunterhalt aus eigenen Kräften zu bestreiten. Auf deutsch : "Sie sind am Arsch. Auswurf der Gesellschaft. Die Einzigsten, die sie mögen ist Norma, Aldi oder die Billigkneipe um Ecke, wo es noch einen Halben für € 1,80 gibt".

Dann sind sie ein idealer Fall zur gesetzeskonformen Ausbeutung. Nicht das sie meinen, ihnen wird geholfen ihren beruflichen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu realisieren. Wem interessiert das? Bis Sie 65 Jahre alt sind, stehen die Arbeitslosengelder den Firmen für ihre Wiedereingliederung zur Verfügung. Wie, sie dachten, sie zahlen ihre Arbeitslosenbeiträge für schlechte Zeiten, z.B. bei Arbeitslosigkeit ? Vor Hartz IV dachten wir da auch. Aber was wollen sie von einem Vorbestraften erwarten?

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Peter Hartz weiß, wie man schmiert und gut bei der Sache rauskommt und Negativstimmung ins Volk streut. Weil, Langzeitarbeitslose sind nun mal alle stinkfaul, dumm und sowieso nicht zu gebrauchen. Irgendwie fehl am Platze. Glauben sie nicht? Werden sie noch einsehen. Die VAG Nürnberg wird auch sie überzeugen. Beispiele haben wir genügend. Ja, gut. Es gibt auch eine Positivliste. Zwei Langzeitarbeitslose konnten ARGE finanzierte Zeitverträge bei der VAG auf zwei Jahre abschließen. Kost ja nix und ist gut fürs Image.

Sie sind nun voller Freude von der VAG aufgenommen worden und den ärztlichen Aufnahmetest (Dort wird halt überprüft, ob sie noch laufen können, hören und wie gut sie sehen können. Schließlich sind sie über 55, da weiß man ja nie.) haben sie mit Bravour bestanden.

Es folgen allgemeine Vorstellungsgespräche und die Aussage wie wichtig sie für die VAG sind (Das Warum ist mir auch erst später klar geworden – hängt garantiert nicht mit ihrer Leistungsfähigkeit zusammen – dies ist nicht fiktional wie in 2030 für Rentner – ZDF – Aufnahme kann gegen Selbstkostenpreis bei mir bezogen werden – , nein die fangen schon an !) sowie ein simpler Psychotest. Schließlich müssen sie auch Gesinnungstreu sein. Muss irgendwie bei mir versagt haben, ansonsten tät ich diese Zeilen nicht schreiben.

Die Ausbildung
Hier lernen Sie einiges über Tarifpolitik. Können anschließend Kurz- von Langstrecke unterscheiden und wissen was ein blinder Tarifpunkt ist.

Selbstverständlich werden sie auch im Bahnbereich kundig sein, wissen wo die Notrufsäulen sind und wo die Verbandskästen eingemüllt sind. Und, springen sie niemals in die Gleise ! Versicherungstechnisch lassen sich ihre Gebrechen nur schlecht verbuchen.
Der schönste Moment ist das Fahren einer U-Bahn. So für drei Stationen. Danach ist schon ziemlich Schluss mit lustig.
Jetzt geht es ab zur Kleiderkammer: 5 Hemden, 2 Hosen, 2 Krawatten, 1 Paar Schuhe nebst Dienstmütze sowie Dienstjacke und weitere Kleinigkeiten.

Jetzt sind sie Dienstbereit für den Angriff auf die Fahrgäste.
Dafür bekommen sie dann € 1,25 pro Stunde abzugsfrei (Wie Herr Dieter Popp, Leiter Personalservice bei der VAG betont) von der ARGE vergütet. Überweisung übernimmt zwar die VAG zwecks Abrechnung mit der ARGE. Fehlen sie mal entschuldig für einige Tage, macht nichts. Es wird nach Stundenplan und nicht nach Anwesenheit abgerechnet wie wir von internen Kreisen erfuhren. Da ist die VAG schon mal großzügig. Bei Schwarzfahrern oder ledige Mütter mit Kinderwagen hört die Toleranz schlagartig auf. Da erleben sie schon manche Tränen als Fahrgastbetreuer. Auch bei suiziden ist die VAG nicht gerade zimperlich. Nach Auskunft von Fahrgästen, schickten sie der Witwe die Kosten der außerordentlichen Reinigung für den überfahrenden Gatten zu.

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Die Aufgaben eines Fahrgastbetreuers – Teil 2
(Nürnberg) VAG Definition von subjektiver Sicherheit: "Dann stellen wir halt ein paar 1 Euro Jobber hin. Nennen Sie Fahrgastbetreuer und bekommen pro Langzeitarbeitslosen € 4.000,- im Monat. Wir nennen sie Fahrgastbetreuer, das klingt gut und wir können sie beliebig einsetzen, wie wir wollen! Speziell für Tätigkeiten, die aus finanziellen Gründen nicht ausgeführt werden können.

Mit der WM 2006 im Rücken und der Zustimmung des Stadtrates zeigen wir denen mal, was wirtschaften heißt ! Das löst zwar nicht im Geringsten das Problem der Arbeitslosigkeit in Nürnberg. Spült aber jede Menge Geld in unser marodes Wirtschaftgeflecht. Die Fahrpreise erhöhen wir wie gewohnt, da hat sich eh jeder schon dran gewöhnt. Dann können wir endlich mal wieder mit reinem Gewissen die Vorstandsgehälter erhöhen." Tosender Beifall. Das war fiktional und sie werden das in der Öffentlichkeit nie so hören.

Das ist die offizielle Stellungnahme der VAG:

Durch den Einsatz der Fahrgastbetreuer möchte die VAG ihren Kundenservice verbessern. "Die künftigen Fahrgastbetreuer übernehmen vor allem im U-Bahn-Bereich zusätzliche Aufgaben, die wir bisher aus Kostengründen nicht in dem Umfang bieten konnten", erläutert Dieter Popp, Leiter Personalservice bei der VAG. "Allein durch die Anwesenheit der Servicekräfte dürfte das Gefühl der subjektiven Sicherheit bereits steigen", ergänzt Popp. (Pressenotiz VAG vom 03.11.2005).

Der Mann ist gut. Verkauft ihnen Steinsuppe mit herzhaftem Fleischgeschmack. Und bis heute hat es jeder genossen. Allerdings wird der Geschmack nun doch etwas fade. Keine Erwähnung erfolgte über die Planung der jahrelangen missbräuchlichen Nutzung der Arbeitslosenbeiträge für Hartz IV Empfänger zwecks Erhöhung der eigenen Kapitaldecke.

Subjektive Sicherheit heißt: 30 x 1 Euro Jobber in VAG Dienstkleidung ohne Rechtsbefugnisse. Ohne Vorbereitung (weder in kommunikativer, physischer, noch psychischer Ereignungsabläufe) auf außergewöhnlicher (ganz geschweige von Extremsituationen) im Beförderungsdienst mit einem täglichen Aufkommen von immerhin 500. 000 Fahrgästen.

Dafür getrimmt in Fahrpreisauskünften und Streckenberechnungen. Normalerweise Aufgabe der Service Kräfte, deren Aufgaben neuerdings immer häufiger in Fahrkartenkontrollen ausufern. Mit einem derartigen Aufkommen an VAG Dienstkleidung wäre ein eigener Triebwagen schon angebracht.

Die subjektive (eigenständige, eingebildete) Fahrgast – Sicherheit ist eben deswegen löchrig wie ein labbrig ausgewaschenes Kondom – eine gefährliche Scheinsicherheit ohne Schutzfunktion. Anmerkung zu dieser Situation war eine lakonisch arrogante Antwort des VAG Leiters:" Sie sind doch erwachsen". Verlassen sie sich deshalb in Gefahrensituationen nicht auf Dienstkleidungen der VAG. Die werden sie höchsten von hinten sehen, es sei denn, sie tasten sich rückwärts davon.

Bei Kids und alte Omas schaut die Sache schon anders aus. Da wird mit ernster Miene Respekt verbreitet. Das ist aber nicht ausreichend für das Gefahrenpotenzial das in einer gewaltbereiten Gesellschaft innewohnt. Denken Sie da mal an Großveranstaltungen. Das magische Wort heißt: Deeskalation. Im Klartext: Schau weg, verdrück dich und wenn es nicht anders geht – Betätige den Notruf falls du kein Funkgerät dabei hast. Das ist das, was sie für Euro 4.000,- Fördergeld pro Fahrgastbetreuer bei der VAG erwartet.

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