Krankenkasse hoch – Rente runter

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Zu Jahresbeginn 2024 haben die Krankenkassen den Zusatzbeitrag erhöht, ab März gilt das auch bei Renten. Da die Versicherungen den Aufschlag selbst bestimmen, unterscheidet er sich bei den einzelnen Trägern erheblich.

Rentner zahlen die Hälfte

Die Rentenversicherung trägt bei Rentnern die Hälfte des Krankenkassenbeitrags, und das gilt auch für den Zusatzbeitrag. Diesen müssen allerdings auch alle gesetzlich krankenversicherten Rentnerinnen und Rentner bezahlen.

Ein konkretes Beispiel

Liegt der Zusatzbeitrag bei einem Prozent, und erhält jemand eine Rente von 2.000 Euro, dann zahlt er selbst nur ein halbes Prozent von seiner Rente. Von einem Prozent, also 20 Euro, zahlt die Rentenversicherung 10 Euro, und er bekommt 10 Euro weniger Rente monatlich.

Wie stark erhöhte sich der Zuschlag in diesem Jahr?

Im Durchschnitt erhöhten die Kassen ihre zusätzlichen Beiträge lediglich um 0,1 Prozent auf jetzt 1,7 Prozent. Manche Krankenversicherungen verlangen jedoch wesentlich höhere Zuschläge bis zu 0,8 Prozent, und bei ihnen beträgt der Zusatzbeitrag jetzt insgesamt über zwei Prozent.

Wieviele Kassen erhöhten ihren Beitrag?

Unter den gesetzlichen Krankenkassen erhöhten mehr als die Hälfte in diesem Jahr den jeweiligen Zusatzbeitrag.

Warum zahlen Rentner erst ab März mehr?

Gesetzliche Bestimmungen ließen die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge bei Rentnern und Rentnerinnen erst ab März zu, während Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon im Januar zur Kasse gebeten wurden. Das würde indessen auch für Senkungen der Beiträge gelten.

Gilt die Erhöhung auch für Freiwillige?

Auch Rentner, die freiwillig Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen, sind betroffen. Sie bekommen einen Zuschuss von der Rentenkasse und führen dann den vollen Beitrag an die Krankenversicherung ab.

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Es gilt ein Sonderkündigungsrecht

Was viele nicht wissen: Alle Betroffenen, Rentenbezieherinnen ebenso wie Nichtrentner haben ein Sonderkündigungsrecht. Dieses ist unabhängig von der bisherigen Mitgliedschaft.

Gewöhnlich sind Sie nach einem Wechsel der Krankenkasse für ein Jahr / zwölf Monate vertragspflichtig gebunden. Erhöht die Versicherung jedoch den Zusatzbeitrag, ist diese Bindung aufgehoben.

Was bedeutet Sonderkündigungsrecht?

Bei Sonderkündigungsrecht können Sie Ihre Krankenkasse mit einer Frist von zwei Monaten kündigen.

Wann sollten Sie kündigen?

Mehr als die Hälfte aller Krankenkassen haben den Zusatzbeitrag erhöht. Das bedeutet, fast die Hälfte der Versicherungen fordert keinen höheren Beitrag. Hier sollten Sie genau vergleichen, welche Kasse welche Kosten übernimmt, ob es sich lohnt, zu wechseln, und so den höheren Abzug zu verhindern.

Was müssen Sie tun?

Sie müssen nicht selbst eine Kündigung schreiben. Wenn Sie sich bei einer neuen Kasse anmelden, dann übernimmt diese die Kündigung. Die Kündigung muss bis zum Ende des Monats bei der alten Versicherung eingehen, in dem erstmals der höhere Beitrag verlangt wird. Zwei Monate später ist die Kündigung dann gültig.

Woran erkennen Sie die Beitragserhöhung?

Die Krankenkassen sind nicht verpflichtet, Ihnen die Änderung des Zusatzbeitrags gesondert mitzuteilen. In der Regel erfahren Sie dies an den höheren Abbuchungen von Ihrem Bankkonto.

Schriftliche Bescheide erfolgen nur in Sonderfällen, zum Beispiel bei Pfändungen, oder wenn Kontoinhaber und Rentenbezieher nicht identisch sind.