Hartz IV: Jobcenter versagen bei Fort- und Weiterbildungen

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Die Bundesregierung hat eine „Qualifizierungsoffensive“ gestartet, um das lebenslange berufliche Lernen zu fördern. Durch das Qualifizierungschancengesetz von 2019 stehen den Jobcentern damit zusätzliche Mittel für Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Trotzdem ist die Zahl der Fördermaßnahmen zurückgegangen.

Bundesregierung macht keine konkreten Angaben zur Umsetzung

Mit dem Gesetz ist die Bundesregierung verpflichtet, über die Förderung der Fort- und Weiterbildung zu berichten. Der erste Bericht liegt nun vor, doch der ist wenig aussagekräftig, kritisiert der Paritätische Gesamtverband.

Das Qualifizierungschancengesetz sieht vor, dass insbesondere stark vom technologischen Strukturwandel und Fachkräftemangel betroffene Berufsfelder durch die Fördermaßnahmen profitieren sollen. Welche genauen Ziele im Einzelnen gesteckt wurden und wie sich der aktuelle Befund dazu verhält, geht aus dem Bericht jedoch nicht hervor.

Anstieg der Fördermaßnahmen ist marginal – Jobcenter reduzieren Angebot

Zwar haben 2019 etwa 35.000 Beschäftigte von den Maßnahmen profitiert, etwa sechs prozent mehr als 2018, doch andere Studien zeigen, dass dies nichts mit der Qualifizierungsoffensive zu tun hat, sondern bereits ein Trend der Vorjahre ist. Außerdem stellt ein Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung fest, dass der Anstieg angesichts der zur Verfügung stehenden Mittel erstaunlich gering ausgefallen ist.

Im Bereich der Pflegeberufe und insbesondere der Altenpflege wurden Fortschritte erzielt. Doch zeigt sich, dass die bezahlten maßnahmenkosten für Umschulungen zu gering sind und Arbeitsagenturen und Jobcenter häufig keine Finanzierung zur Verfügung stellen.

Auch über den Ausbau der Beratungsangebote der Bundesagentur für Arbeit sagt der Bericht nichts aus. Außerdem ist ein Ungleichgewicht der Förderangebote zwischen Arbeitsagenturen (60 Prozent) und Jobcentern (40 Prozent) zu erkennen. Die Jobcenter haben ihre Fort- und Weiterbildungsangebote sogar noch reduziert. Bild: Thomas Reimer / AdobeStock

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