Arm trotz Rente – Immer mehr Rentner müssen weiterarbeiten

Immer mehr Menschen müssen trotz Rentenalter arbeiten gehen, weil die Rente nicht ausreicht. Die meisten Betroffenen nehmen Minijobs an.

Wer das Rentenalter erreicht hat, kann heutzutage häufig nicht mehr davon ausgehen, sich zur Ruhe setzen zu können. Eine kleine Anfrage der Partei “Die Linke” an die Bundesregierung zeigte, dass immer mehr Menschen arbeiten müssen, obwohl sie bereits Rentner sind. “Die Renten sind eindeutig zu niedrig”, kritisiert die Linksfraktion.

Starker Anstieg seit Jahren

Laut der Antwort auf die Anfrage der Linkspartei mussten rund 1,05 Millionen Menschen im letzten Jahr in Deutschland arbeiten, obwohl sie bereits das Rentenalter erreicht hatten. “Davon waren 217.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt und 835.000 hatten einen Minijob”, ist in der Antwort zu lesen, die der Gegen-Hartz.de Redaktion vorliegt.

Brisant an den Erkenntnissen ist, dass die Zahl der beschäftigten Rentner im Vergleich zu den Vorjahren kontinuierlich gestiegen ist. Im Jahr 2010 mussten noch rund 685.000 Rentner arbeiten. Im Jahre 2015 waren es bereits knapp 792.000 und 2018 bereits 968.000.

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Jeder fünfte Mensch über 65 Jahre ist arm

“Jeder fünfte Mensch über 65 Jahre ist arm”, warnt Christian Leye von der Linken. „Das ist eine traurige Entwicklung“, mahnt auch der Linken-Abgeordnete Sören Pellmann.

„Die Zahlen sind auch die Konsequenz eines Rentensystems, das den Lebensstandard der Bürger kaum noch sichert“, kritisierte der Politiker. „Wenn immer mehr Rentner arbeiten müssen, dann sind die Renten eindeutig zu niedrig.“

Im Sommer diesen Jahres sollen die Renten zwischen fünf und sechs Prozent erhöht werden. Obwohl es seit 30 Jahren eine solch hohe Rentenerhöhung gegeben hat, werde das Problem der Altersarmut damit nicht behoben werden. Im Gegenteil, so die Linke, werde die Armut im Alter weiter steigen.

Hartz IV abschaffen?

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