Arbeitslosengeld zwischen der Altersteilzeit und der Rente?

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In vielen Firmen gibt sie noch: die Altersteilzeit. Sie dient als Brücke vom Arbeitsleben in den Ruhestand. Eine häufig verwendete Variante der Altersteilzeit ist das sogenannte Blockmodell, wie Christian Schultz vom Sozialverband Deutschland, SoVD erklärt. Doch was bedeutet das konkret?

Das Blockmodell der Altersteilzeit läuft typischerweise über einen Zeitraum von vier Jahren. In den ersten zwei Jahren arbeitet der Arbeitnehmer wie gewohnt weiter, erhält jedoch nur ein reduziertes Gehalt, das etwa dem einer Teilzeitstelle entspricht.

In den verbleibenden zwei Jahren bekommt der Arbeitnehmer weiterhin dieses reduzierte Gehalt, muss jedoch nicht mehr arbeiten. Somit teilt sich die Altersteilzeit in eine aktive Phase, in der gearbeitet wird, und eine passive Phase, in der man zwar noch Gehalt bezieht, jedoch von der Arbeit freigestellt ist.

Kann man nach der Altersteilzeit Arbeitslosengeld beziehen?

Eine häufig gestellte Frage ist, ob es möglich ist, nach der Altersteilzeit, aber vor Beginn der gesetzlichen Rente, Arbeitslosengeld zu beziehen. Die Antwort darauf lautet: Ja, es ist möglich. Es ist gesetzlich nicht verboten, nach der Altersteilzeit Arbeitslosengeld zu beantragen. Allerdings gibt es hierbei einige wichtige Punkte zu beachten.

Wie wird das Arbeitslosengeld berechnet?

Das Arbeitslosengeld, das nach der Altersteilzeit gezahlt wird, basiert auf dem reduzierten Gehalt, das während der Altersteilzeit bezogen wurde. Das bedeutet, dass das Arbeitslosengeld relativ niedrig ausfallen wird, da es auf der Grundlage des verringerten Einkommens berechnet wird.

Welche Konsequenzen hat die freiwillige Altersteilzeit?

Da die Altersteilzeit eine freiwillige Entscheidung des Arbeitnehmers ist und dieser den entsprechenden Vertrag eigenständig unterschrieben hat, wertet die Arbeitsagentur den Eintritt in die Altersteilzeit als selbst herbeigeführten Jobverlust. Dies hat zur Folge, dass der Bezug von Arbeitslosengeld zunächst gesperrt wird.

Konkret bedeutet dies, dass der Arbeitnehmer in den ersten drei Monaten nach der Altersteilzeit kein Arbeitslosengeld erhält.

Darüber hinaus wird die Anspruchsdauer des Arbeitslosengeldes gekürzt. Normalerweise beträgt der Anspruch auf Arbeitslosengeld bei älteren Arbeitnehmern bis zu zwei Jahre. Bei einem Eintritt in die Altersteilzeit wird dieser Anspruch jedoch um ein Viertel reduziert. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer nach der Altersteilzeit nur noch Anspruch auf anderthalb Jahre Arbeitslosengeld hat.

Zusammengefasst ist es theoretisch möglich, nach der Altersteilzeit Arbeitslosengeld zu beziehen. Dieses fällt jedoch aufgrund des verringerten Gehalts während der Altersteilzeit relativ niedrig aus. Zudem können die vollen zwei Jahre Arbeitslosengeld nicht ausgeschöpft werden, da der Anspruch gekürzt wird. Es ist wichtig, diese Aspekte bei der Planung der Altersteilzeit zu berücksichtigen und sich gegebenenfalls rechtzeitig bei der Arbeitsagentur oder einem spezialisierten Berater zu informieren.

Arbeitslosengeld vor der Rente: Eine Alternative zur Altersteilzeit?

Ein weiterer Punkt, der berücksichtigt werden sollte, ist die Frage, ob es sich lohnt, kurz vor der Rente Arbeitslosengeld zu beziehen, ohne vorher in die Altersteilzeit zu gehen. Es kann Situationen geben, in denen das Arbeitslosengeld höher ausfällt als die gesetzliche Rente. In solchen Fällen kann es strategisch sinnvoll sein, den Bezug von Arbeitslosengeld vorzuziehen.

Ratsam ist, diese Option individuell zu prüfen und sich von Experten beraten zu lassen, um die besten finanziellen und persönlichen Entscheidungen zu treffen.