10 Millionen Menschen haben Anspruch auf Hartz IV

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Die Debatte um die sog Unterschicht dieser Republik wird mit neuen Studien belebt. Nach einer Studie der SPD- nahen "Hans Böckler Stiftung", leben in Deutschland rund 10 Milionen Menschen in bitterer (verstecketer) Armut.

Unter den 10 Millionen Menschen sind auch knapp 2 Millionen Menschen, die einer Arbeit nachgehen und dennoch Arm sind. Dies lassen zumeist ihr geringes Einkommen nicht aufstocken, obwohl sie dazu berechtigt wären. Die exakte Berechnung Ihres ALG II-Anspruchs ist dann wichtig, wenn es um Dinge wie Werbungskosten, Freibetrag für Erwerbstätigkeit oder auch die Anrechnung von Vermögen geht. Bei den Werbungskosten können Sie häufig mehr absetzen als die geringe Pauschale von 15,33 Euro. Z.B. können Sie Beiträge zu Berufsverbänden und Gewerkschaften, Bewerbungskosten, Berufsbekleidung oder Kinderbetreuungskosten geltend machen. Einen gesonderten Antrag kann bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden.

Nach gewerkschaftsnahen Studien bekommen 7,4 Millionen Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II (ALG II) oder Sozialgeld tatsächlich auch Hartz-IV-Leistungen- jedoch hätten durchaus 10 Millionen Menschen Anspruch auf ALG II Zusatzleistungen.

Betroffen davon sind vorallem "Gering- Qualifizierte und Teilzeitbeschäftigte. Auch Kinderreiche Familien hätten mehr Anspruch auf ALG II! Weitere 1, 5 Millionen Haushalte, die auch Vollzeiteinkommen vorweisen, kommen in die Lage zusätzlich ALG II zu beantragen.

Hintergrund Billig- Gehälter
Im Zuge des andauernden Umbaus des Sozialstaats sind vielfältige Regelungen abgeschafft worden, die der Sicherung sozialer Mindeststandards dienten. Mit der Verschärfung der Regelungen zur Zumutbarkeit, wonach Arbeitslose jede Arbeit zu fast jedem Lohn annehmen müssen, ist mancherorts die Sittenwidrigkeit die letzte gesetzliche Notbremse auf der Lohnskala. Als sittenwidrig gilt ein Lohn laut Rechtssprechung dann, wenn er mehr als 30 Prozent unter dem tariflichen oder ortsüblichen Lohnniveau liegt. "Nicht sittenwidrig" sind damit in einigen Branchen schon heute Stundenlöhne von weniger als drei Euro.

Dabei sind Armutslöhne kein regionales oder branchenspezifisches Randproblem: Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) haben in Deutschland mit über 7,7 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern 32 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten eine Anstellung im Niedriglohnbereich. Das heißt, sie beziehen weniger als 75 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns.

2,5 Millionen dieser Arbeitnehmer lagen mit ihren Einkommen sogar unterhalb der 50-Prozent-Marke. Gemessen am Durchschnittsverdienst aller Deutschen bezogen sie damit Armutslöhne.

Mit zwei Dritteln ist der Anteil von Frauen unter den Armutslöhnern überdurchschnittlich hoch. Zudem beziehen vornehmlich Angestellte aus kleinen Unternehmen bis zu 99 Beschäftigten (80,9 Prozent) und aus dem Dienstleistungsbereich (63 Prozent) Armutslöhne.

Betroffen sind dabei nicht allein Berufseinsteiger oder gering qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Zwei Drittel aller Armuts- und Niedriglohnempfänger haben einen berufsqualifizierenden Abschluss und sind älter als 30 Jahre.

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