Zunehmende Armut auch in Bayern

14.05.2014

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bayern weist auf eine wachsende Armut in Bayern hin. Alleinerziehende, Senioren und Familien mit Migrationshintergrund sind am häufigsten betroffen. Die einzige Möglichkeit aus dem Armutskreislauf auszubrechen, sei eine gute Bildung, sagte der Landesvorsitzende der AWO in Bayern, Thomas Beyer. Leider seien die Bildungschancen hierzulande aber immer noch stark vom Geldbeutel abhängig.

Armut kann jeden treffen
„Armut wird zunehmend sichtbar, auch im reichen Bayern“, warnte Beyer gegenüber der Zeitung. Dem Bayerischen Sozialbericht zufolge waren im Untersuchungsjahr 2012 mehr als 1,7 Millionen Menschen von Armut bedroht. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 14,3 Prozent. „Eine solche Armutsquote sollte sich Bayern nicht leisten“, betonte der AWO-Landeschef. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund. Insbesondere Kinder trifft die Armut hart. Beyer zufolge kann der Armutskreislauf nur durch Bildung durchbrochen werden. Leider hänge diese aber in Deutschland aber immer noch vom Geldbeutel ab. Mehr als 100.000 Jugendliche unter 15 Jahren seien in Bayern auf Hartz IV angewiesen. Kinder aus schwierigen Verhältnissen hätten häufig schlechtere Noten und somit geringere Chancen Abitur zu machen, so Beyer. Für die Kinder sei es schwer, soziale Hindernisse ohne Hilfe zu überwinden. „Viele Talente werden vergeudet.“

In der EU gelten Menschen als arm, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen. In Deutschland lag dies im Jahr 2010 bei 826 Euro im Monat, in Bayern bei 892 Euro. Armut bedeutet für die Betroffenen aber noch weit mehr als wenig Geld zu haben. „Noch schlimmer ist, dass arme Menschen auch sozial ausgegrenzt sind“, erläuterte Beyer. Dabei sei Armut häufig eine Folge von Ereignissen, die jeden treffen könnten, wie Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Krankheit. (ag)

Bild: Alexander Dreher / pixelio.de

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