Witwenrente Zuschlag: Wer bekommt den Rentenzuschlag am 1.7.2024?

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Ab dem 1. Juli 2024 tritt die Rentenanpassung in Kraft, die alle gesetzlichen Rentner, einschließlich alle Bezieherinnen und Bezieher der Witwenrente, betrifft.

Neben einer allgemeinen Rentenerhöhung von 4,57 % gibt es für bestimmte Gruppen einen zusätzlichen Rentenzuschlag von bis zu 7,5 %. Doch wer genau hat Anspruch auf diesen Zuschlag?

Der Rechtsanwalt und Rentenberater Peter Knöppel aus Halle erklärt die verschiedenen Anspruchsgruppen und erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Was bedeutet die Rentenanpassung konkret?

Zum 1. Juli 2024 wird die gesetzliche Rente für alle Rentner in Deutschland um 4,57 % erhöht. Diese Anpassung erfolgt gemäß § 6 der Rentenwertbestimmungsverordnung.

Doch das ist nicht alles: Eine Gruppe von Rentnerinnen und Rentnern, etwa drei Millionen Personen, erhalten zusätzlich einen Rentenzuschlag.

Dieser Zuschlag variiert zwischen 4,5 % und 7,5 % und ist Teil des Rentenbestandsverbesserungsgesetzes.

Welche Gruppe von Witwenrentnerinnen und Witwenrentner profitieren von dem Zuschlag?

Der Zuschlag betrifft Hinterbliebene, deren verstorbener Ehegatte, Lebenspartner oder eingetragener Lebensgefährte zwischen 2001 und 2018 eine Erwerbsminderungsrente erhalten hat und vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze verstorben ist. Konkret profitieren drei Fallgruppen von diesem Zuschlag:

1. Fallgruppe: Vor 2019 verstorbene Rentenbezieher

Hierunter fallen Hinterbliebenenrentner, deren verstorbener Ehepartner vor 2019 eine Erwerbsminderungsrente bezog und während des Rentenbezugs verstorben ist.

Ein Beispiel: Eine Witwe, deren Ehemann seit 2013 eine Erwerbsminderungsrente erhielt und 2018 verstarb, hat Anspruch auf einen Zuschlag von 4,5 %, da die große Witwenrente vor 2019 begann.

2. Fallgruppe: Kombination von Alters- und Erwerbsminderungsrente

Hinterbliebenenrentner, deren verstorbener Partner vor seinem Tod eine Altersrente bezog und davor eine Erwerbsminderungsrente erhielt, die vor 2019 begann, fallen in diese Gruppe.

Ein Beispiel ist ein Witwer, dessen Ehefrau vor ihrem Tod eine Altersrente erhielt und seit 2014 eine Erwerbsminderungsrente bezog. Dieser Witwer hat Anspruch auf einen Zuschlag von 7,5 %.

3. Fallgruppe: Hinterbliebenenrente vor 2019

Die dritte Gruppe umfasst Hinterbliebenenrentner, die zwischen 2001 und 2018 eine Rente erhielten und deren Ehepartner vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze verstorben ist.

Ein Beispiel hierfür ist eine Witwe, deren Ehemann 2014 im Alter von 50 Jahren verstarb, ohne zuvor eine Rente bezogen zu haben. Diese Witwe erhält ab Juli 2024 einen Zuschlag von 7,5 % zu ihrer Witwenrente.

Was müssen Betroffene beachten?

Für Betroffene, die Anspruch auf den Rentenzuschlag haben, wird ein separater Rentenbescheid ausgestellt. Dieser Bescheid ist unabhängig von der allgemeinen Rentenanpassung.

Der Rentenzuschlag wird als zusätzliche Rentenzahlung ausgewiesen und auf das Konto des Berechtigten überwiesen. Zwischen dem 10. und 20. Juli 2024 sollten Betroffene ihre Bankverbindung überprüfen, um die genaue Überweisung zu sehen, die als „Rentenzuschlag“ gekennzeichnet ist.