Schulden: Wenn die Schuldnerberatung nur Geld kostet und nicht hilft

Wer überschuldet ist, benötigt dringend Hilfe. Weil die regulären Schuldnerberatungsstellen meist überlaufen sind, wenden sich Betroffene häufig auch an private “Schuldnerberater”. Oft aber sind die Hilfen und Beratungsleistungen sehr dürftig. Schlimmer ist jedoch, dass für die geringen Beratungsleistungen oft saftige Gebühren fällig werden, wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt.

Lange Wartezeiten bei offiziellen Schuldnerberatungsstellen

Wer im Schuldensumpf angelangt ist, sucht sich im besten Falle Hilfe. Offiziell anerkannte Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen, die meist bei Kommunen, Wohlfahrtsverbänden oder anderen Trägern angesiedelt sind, sind meist total überlaufen. Dort einen Termin zu bekommen, ist oft mit sehr langen Wartezeiten verbunden.

Unseriöse Anbieter locken in die Falle

Diese Lücke nutzen private Anbieter. Sie werben zum Beispiel mit “Soforthilfen”. “Statt einer rechtlich fundierten Beratung und einer dauerhaften Entschuldung sind aber oftmals nur horrende Gebühren für überflüssige Leistungen garantiert”, warnen die Verbraucherschützer.

Unseriöse Schuldnerberater erkennen

Doch wie erkennen Schuldner, ob das Angebot unseriös ist? “Wo Angebote eine schnelle Soforthilfe versprechen oder nur noch eine Rate an einen Schuldenregulierer gezahlt werden muss, ist immer Vorsicht und Misstrauen geboten”, lautet der Rat der Verbraucherzentrale.

Betroffene sollten auch Angebote meiden, wenn “Schuldenberater” keine Rechtsberatungsbefugnis haben. Die Daten werden meist nir kostenpflichtig aufgenommen. Im Anschluss leiten die Anbieter alles nur an einen Rechtsanwalt weiter. Das bedeutet, Schuldner zahlen erst einmal nur für die “Datenaufnahme”, aber nicht für eine mögliche Hilfe.

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“Fragen Sie schon bei der ersten Kontaktaufnahme immer nach den möglichen Kosten”, empfehlen die Verbraucherschützer. Denn nur so kann ein bödes Erwachen vermieden werden.

Seriöse Anbieter laden zu Terminen in der Schuldnerberatungsstelle

Zudem vereinbaren seriöse Schuldnerberater immer Termine in den eigenen Geschäftsräumen. Fast nie werden Hausbesuche angeboten oder zur Unterzeichnung irgendwelcher Verträge gedrängt.

“Unterschreiben Sie neben dem in Ruhe geprüften eigentlichen Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsvertrag nie weitere Verträge (wie z.B. Versicherungen, Beteiligungen, Sparverträge), die angeblich die Schuldenregulierung erleichtern sollen.”

Vorsicht bei Kreditangeboten

Oft locken auch unersiöse Anbieter vollkommen überschuldete Menschen in einen (weiteren) Kredit. Es sei angeblich “problemlos” ein Darlehen zu bekommen. Wird der Vertrag dann aber genau geprüft, umfasst dieser oft nur Leistungen zur Schuldenverwaltung. “Deshalb Hände weg von Finanzsanierungs-, Schuldenverwaltungs- oder Vermögensverwaltungsverträgn”, warnt die Verbraucherzentrale.

Achtung: Selbst eine zunächst harmlos wirkende Kreditanfrage kann mit Bestellungen beispielsweise einer Prepaid-Kreditkarte oder sonstiger teurer und meist nutzloser Leistungen verbunden sein. Daher sollten Verbraucher immer genau das Kleingedruckte in den Verträgen prüfen.

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