Rente: Viele bekommen keine Rentenerhöhung

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Rund 21 Millionen Renter bekommen zum ersten Juli dieses Jahres 4,57 Prozent mehr Rente. Das gilt aber nicht für alle Menschen, die eine Rente erhalten. Wer bekommt diese Rente nicht? Das beantwortet der Rentenexperte und Rechtsanwalt Peter Knöppel.

Die Rentenerhöhung gilt nur für gesetzliche Rente

Die allgemeine Rentenerhöhung im Juli 2024 gilt nur für all die, die eine gesetzliche Rente beziehen – sei es eine gesetzliche Altersrente, eine Witwen- oder Witwerrente oder eine Rente wegen Erwerbsminderung, eine Altersrente aus der landwirtschaftlichen Altersversorgung oder der gesetzlichen Unfallversicherung

Das sind all die, die nach dem SGB VI oder SGB VII unter die gesetzliche Rente fallen.

Wer bekommt keine Rentenerhöhung?

Keine Rentenerhöhung bekommen hingegen all die, deren Mittel im Ruhestand nicht von der gesetzlichen Rentenversicherung kommen, sondern aus privaten Quellen, Versorgungswerken oder einer staatlichen Pension für Beamte.

Laut dem Rentenexperten Peter Knöppel sind dies “Betriebsrentner, Rüruprentner, Beamtenpensionäre, Riester-Rentner, Rentenbezieher aus einem Versorgungswerk, Rentenbezieher einer privaten Rente aus Lebensversicherung oder Rentenversicherung und Berufsunfähigkeitsrenten.”

Rentenerhöhung bei privaten Rentenversicherungen

Private Rentenversicherungen haben eigene Modelle zur Rentenerhöhung. Bei der sogenannten dynamischen Rente gibt es zum Beispiel einen Steigerungssatz von zwei Prozent pro Jahr als Überschussbeteiligung. Ohne Überschüsse bleibt die Gesamtrente auf der Höhe des Vorjahres.

Eine “teildynamische Rente” bei Privatversicherern gibt es einen Steigerungssatz von einem Prozent pro Jahr. Ohne Beteiligung an einem Überschuss bleibt die Summe der ursprünglich garantierten Rente und vorher gutgeschriebene Erhöhungen.

Ein drittes Modell ist die sogenannte flexible Rente. Hier wird die Rente nicht jährlich erhöht, es gibt eine Überschussbeteiligung, und ohne diese bleibt die anfängliche Garantierente.

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Die Beitragsdynamik

Bei privaten Renten ist eine sogenannte Beitragsdynamik möglich. Versicherte starten dann mit niederigen Beiträgen und erhöhen diese stetig. Das soll ermöglichen, Inflation auszugleichen.

Die Anpassung der gesetzlichen Rente

Ganz anders funktioniert die jährliche Anpassung der gesetzlichen Rente. Hier gibt es eine Rentenanpassungsformel. Diese bezieht sich unter anderem auf die Entwicklung der Bruttolöhne und den Nachhaltigkeitsfaktor.

Unterm Strich heißt das: Steigen die Löhne, dann steigt auch die gesetzliche Rente. Sinken die Löhne, dann drückt das die Rentenerhöhung nach unten.

Was ist der Nachhaltigkeitsfaktor?

Der Nachhaltigkeitsfaktor benennt das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Bestandsrentnern welches sich auf die Höhe des Beitragssatzes auswirkt. Das bedeutet zusammengefasst (und grob vereinfacht): Je mehr Menschen Beiträge einzahlen und je weniger Bestandrentner es gibt, umso mehr erhöht sich die Rente.

Je weniger Beiträge gezahlt werden und je mehr Rentner es gibt, umso niedriger fällt die Rentenerhöhung aus.

Wie hängen Erhöhungen der gesetzlichen und der privaten Renten zusammen?

Kurz gesagt: Überhaupt nicht. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Systeme.

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