Rente mit 63: So profitieren Rentner von den neuen Regeln

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Vorher in Rente zu gehen zu gehen, das sehen viele als Entlastung an. Es bedeutet aber, auch als langjährig Versicherter hohe Abschläge hinnehmen zu müssen. Denn die Rente mit 63 gibt es so nicht mehr. Jedoch hat der Gesetzgeber neue Regelungen geschaffen, die eine vorzeitige Rente dennoch ermöglichen können.

Wir erklären, was die Möglichkeit der Teilrente bei der vorzeitigen Altersrente mit Abschlägen bedeutet und erläutern an einem Rechenbeispiel, wie sich finanziell kalkullieren lässt.

Die Leistungsfähigkeit sinkt

Viele Arbeitnehmer, besonders in körperlich belastenden Berufen, sehen wenige Jahre vor dem Regelalter der Altersrente ein Dilemma. Sie merken, dass ihre Leistungsfähigkeit nachlässt. Sie wollen die Arbeit zwar noch nicht beenden, können und wollen aber das gesamte Pensum nicht mehr schaffen.

Wer mindestens 35 Jahre bei der Rentenversicherung angerechnet bekommt, der hat Anspruch auf die vorzeitige Altersrente für langjährig Versicherte.

Früher in Rente, aber mit Abzügen

Betroffene können bis zu vier Jahre vor dem Regelalter in den Ruhestand eintreten. Dafür müssen Sie allerdings pro Monat früher 0,3 Prozent Abschlag von den Bezügen hinnehmen.

Schnell bedeutet das hunderte Euro weniger Rente im Monat, also zum Beispiel statt 2.300 Euro nur noch 1.800 Euro – und das ein Leben lang.

Teilrente kann Abschläge bei Rente mit 63 stark mindern

Wer nicht ganz aus dem Erwerbsleben austreten will und zudem die Verluste durch die Abschläge bei einer vorzeitigen Rente ausgleichen möchte, für den kann die sogenannte Teilrente eine Möglichkeit sein.

Ein Teil Rente, ein Teil Arbeit

Bei diesem Rentenmodell wird die Rente nur zum Teil beansprucht. Mindestens müssen die Bezüge bei zehn Prozent der Gesamtzahlungen liegen, maximal bei (symbolischen) 99,9 Prozent.

Sie können selbst bestimmen, wieviel ihrer Rente Sie beziehen

Die Versicherten können selbst bestimmen, wie hoch der Teil der beanspruchten Rente sein soll. Damit könnte jemand, der die Erwerbsarbeit reduzieren, aber nicht gänzlich beenden will, den geringeren Verdienst durch die Stundenreduzierung mit der Rente aufstocken.

Umgekehrt wäre er finanziell nicht allein von seiner Rente abhängig. Mit Rente und Erwerbslohn bekäme er zwei Einkommen statt einem.

Teilrente bedeutet auch nur teilweise Abschläge

Diese reduzierte Weiterarbeit bei Teilrente hat im Vergleich zu einer Vollrente mit Abschlägen deutliche Vorteile. Erstens zahlen Sie die Abschläge nur für den Teil der Rente, die Sie auch beziehen. Der Rest der Rente bleibt voll erhalten.

Wie sieht das konkret aus?

Nehmen wir an, Sie hätten zur Regelalterszeit einen Rentenspruch von 1600 Euro brutto im Monat. Wenn Sie zwei Jahre vorher mit Abschlägen in Ruhestand gehen, dann macht das ein Minus von 7,2 Prozent. Sie haben also jeden Monat 115,2 Euro weniger Geld.

Bei einer Teilrente von 50 Prozent zahlen Sie jedoch nur die Hälfte der Abschläge, und damit betragen diese 57,6 Euro weniger Rente pro Monat.

Teilrentner erhöhen ihre Rente

Zweitens werden Sie als Teilrentner arbeitsrechtlich wie ein Arbeitnehmer behandelt, und nicht wie ein Altersvollrentner.

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Als Altersvollrentner zahlen Sie nicht mehr in die Rentenkasse ein. Als Teilrentner erbringen Sie weiterhin jeden Monat Beiträge in die Rentenkasse.

Sie können also die Abschläge abdämpfen, weil die monatlichen Beiträge ihre Gesamtrente erhöhen.

Ein Beispiel, wie Rentner ihre Rente mit Teilrente aufbessern können

Nehmen wir jetzt an, Sie wollen bei einer Teilrente von 50 Prozent bei einem vollen Rentenanspruch von 1600 Euro die Abschläge ausgleichen. Die Hälfte ihrer Rente beträgt als Teilrente 800 Euro.

Ist in den zwei Jahren vor dem Regelalter ihr eigenes Jahresbruttoeinkommen genauso hoch wie das Durchschnittseinkommen aller Sozialversicherten in Deutschland, dann erhalten Sie einen Rentenpunkt.

2024 müssten Sie also rund 45.358 Euro pro Jahr oder 3780 Euro brutto im Monat verdienen, um auf einen Rentenpunkt zu kommen.
Aktuell liegt der Wert eines Rentenpunktes bei 39,32 Euro.

Als vorzeitiger Teilrentner mit Abschlägen kämen Sie also bei zwei Jahren Durchschnittsverdienst bis zur Regelaltersgrenze auf zwei zusätzliche Rentenpunkte oder auf 78,64 Euro mehr pro Monat.

Damit hätten Sie die Abschläge einer Teilrente von 50 Prozent mehr als ausgeglichen.

Bei einer Teilzeitarbeit, in der Sie nur die Hälfte des Durchschnittsverdienstes erzielten, bekämen Sie auch nur einen halben Rentenpunkt jährlich, und einen ganzen Rentenpunkt in zwei Jahren.

Sie hätten also die Abschläge nicht gänzlich ausgeglichen, aber durch eine um gut 39 Euro höhere Rente pro Monat erheblich verringert.

Krankengeld und Arbeitslosenversicherung

Im Vergleich zu Altersvollrentnern, die hinzuverdienen, stehen Sie als Teilrentner auch arbeitsrechtlich erheblich besser da.

Sie haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld und Krankengeld. Als Vollrentner haben Sie diese Ansprüche nicht.

Lassen Sie sich beraten

Wir haben im Text ein Rechenmodell vorgestellt. Wenn Sie darüber nachdenken, die Verbindung aus vorzeitiger Rente mit Abschlägen, Teilrente und Teilzeitjob in Anspruch zu nehmen, dann lassen Sie sich genau ausrechnen, was für Sie am vorteilhaftesten ist.

Eine Zweidrittel-Stelle und 20 Prozent Teilrente? Eine halbe Stelle und 50 Prozent Teilrente? Eine solche Berechnung ist immer indivdiuell.

Helfen können hier Steuerberater, am besten solche, die auf Renten spezialisiert sind.