Bild-Zeitung: 50 Prozent der Hartz IV Bezieher sind Ausländer? Falsch!

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Bild berichtete: Die Hälfte der Hartz-IV-Bezieher hätten einen Migrationshintergrund. Das ist aber falsch!

Das Boulevardblatt “BILD” titelte unlängst, dass die Hälfte aller Hartz IV Bezieher einen Migrationshintergrund hätten. Die Bildzeitung stützte sich dabei auf Daten der Bundesagentur für Arbeit. Wer aber einen genauen Blick in die Statistik wirft, wird zu einem anderen Ergebnis kommen.

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Stark aufgeladene Debatte

Die Debatte ist spätestens seit der Fluchtmigration von rechten Politikern stark aufgeladen. Vor allem wird ungeachtet humanistischer Sichtweisen darüber gestritten, ob Migration für Deutschland von Vorteil sei oder nicht. Gerade von Seiten der AfD wird dieses Thema fortlaufend zum Thema einer öffentlichen Debatte gemacht. Die Bildzeitung befeuerte dies, in dem sie falsche Schlüsse aus den Daten zog. Mit Wissen oder Unwissen lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen.

In dem Artikel behauptet die BILD, die Hälfte aller Hartz IV Bezieher hätte einen Migrationshintergrund. Das lässt sich anhand der BA Zahlen nicht bestätigen. Die Zeitung zitierte nämlich nur die Zahlen der arbeitslosen Leistungsberechtigten im Hartz-IV-System.

Die Datenlage spricht eine andere Faktenlage

Im Juni 2019 bezogen 5,5 Millionen Menschen Hartz IV Leistungen. Etwa 3,9 Millionen hiervon sind erwerbstätig. Aber nur 1,5 Millionen gelten offiziell als “arbeitslos”. Nur von diesen 1,5 Millionen erwerbslosen Hartz IV Beziehenden hatten 600.000 einen Migrationshintergrund. Somit stimmt nicht die Aussage “jeder Zweite” sondern lediglich, dass ein Fünftel aller Hartz IV Bezieher einen Migrationshintergrund hat.

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Migrationshintergrund nicht gleich Ausländer

Zudem muss beachtet werden, dass nicht jeder Mensch mit Migrationshintergrund auch “Ausländer” – also ohne deutsche Staatsbürgerschaft – ist. Ein Migrationshintergrund liegt zwar auch dann vor, wenn der Leistungsbezieher keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, aber auch dann, wenn die Person oder die Eltern nach 1949 nach Deutschland eingewandert ist und oftmals eine deutsche Staatsbürgerschaft vorliegt.

Denn: Von den 831.000 Erwerbslosen mit Migrationshintergrund hatte jeder Dritte die deutsche Staatsangehörigkeit.

Falsche Zahlen bleiben in den Köpfen haften

Es ist schwer, Aussagen zu revidieren, wenn man nicht die gleiche Reichweite einer Leserschaft erreicht, wie die Bildzeitung. Auch wenn Inhalte später revidiert werden, bleiben die Falschaussagen in den Köpfen und werden an den Stammtischen und in der Politik diskutiert. Daher unsere Bitte, den Artikel möglichst oft in den Sozialen Medien zu teilen oder auch anderswo zu verlinken. Nur mit korrekten Zahlen lässt sich auch diskutieren.

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