Arbeit lohnt sich: Aber lohnt sich besser bezahlte Arbeit?

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Ein qualifizierter Alleinerziehender mit 2 Kindern hat 20€ weniger in der Haushaltskasse hat als ein Unqualifizier? 2900€ vs. 2300€ Brutto. Grund dafür ist die hohe Anrechnung von Einkommen auf Sozialleistungen.

Musterrechnung

Ich möchte dies an Hr. Meyer und seinen Kindern (9 und 12 Jahre) darstellen. Sie wohnen in Düsseldorf in einer recht günstigen Wohnung mit 750€ Kaltmiete, 80€ Nebenkosten und 80€ Heizkosten.

Abhängig vom Bruttolohn von Hr. Meyer lassen sich ihre Ansprüche auf ergänzende Leistungen der Familie berechnen und wie sich dies auf die Haushaltskasse auswirkt. Dies ist in der folgenden Tabelle dargestellt.

Quelle: Eigene Berechnungen von @sozi_simon

Um einen Überblick über die Entwicklung der Haushaltskasse zu bekommen, macht es Sinn sich dies grafisch anzusehen, um vor lauter Zahlen nicht den Überblick zu verlieren.

Auf der waagrechten Achse ist der Bruttolohn abzulesen.
Auf der senkrechten Achse ist das Haushaltseinkommen zu sehen.

Sichtbar werden hier mehrere Auffälligkeiten.

Erläuterungen zur Entwicklung des Finanzen von Fam. Meyer

Unterhaltsvorschuss

Bei 600€ Brutto springt die Höhe des Unterhaltsvorschusses nach oben, das liegt daran, dass es Unterhaltsvorschuss ab 12 nur mit mind. 600€ Brutto gibt.

Wechsel von Bürgergeld zu Wohngeld und Kinderzuschlag

Ein Wechsel zu Wohngeld und Kinderzuschlag ist für Herrn Meyer und seine Kinder ab Brutto 1100€ möglich.

Zusammenhang zwischen Erwerbs- und Haushaltseinkommen

Im Bereich zwischen 2300€ und 2900€ kommt es mit steigendem Einkommen, zu sinkendem Haushaltseinkommn.

Der steigende Nettolohn wird von sinkenden Sozialleistungen “aufgefressen”, so dass die Familie durch einen höheren Lohn im Ergebnis weniger in der Kasse hat.

Wenn man seine finanzielle Situation ohne Arbeit, mit der zum Zeitpunkt des Wechsels zu Wohngeld&KiZ vergleicht (1100€ Br), sieht man eine Steigerung des verfügbaren Haushaltseinkommens um 487€.
Zu Vollzeit aber besteht eine weitere Differenz von 416€.

Sieht doch gut aus

Ist es aber nicht, denn mehr Arbeitszeit führt in einigen Bereichen sogar zu finanziellen Einbußen. Ist er qualifiziert, könnte er den Arbeitsumfang also reduzieren und mehr in der Kasse haben.

Arbeitet er qualifiziert in Vollzeit, hat er weniger und nicht mehr als er ohne Ausbildung hätte.

Konsequenzen für Familie Meyer

Wichtige Ergebnisse für Hr. Meyer:
1. Jede Halbtagsstelle führt aus der Abhängigkeit vom Jobcenter heraus.
2. Steigerung des Einkommens bis 2300€ Brutto rechnen sich
3. Für Qualifizierte: Den Bereich zwischen 2300€ und 2900€ meiden – lieber nur Teilzeit arbeiten.

Ist das Bürgergeld besser als Hartz IV?

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