Hartz IV und Prostitution – das gilt es zu beachten!

Prostitution und Hartz IV Bezug: Achtung das Jobcenter kann davon erfahren!

Viele Hartz-IV-Beziehende können die Lebenskosten nicht bezahlen und müssen dann den Weg in die Prostitution gehen. Oft wissen sie nicht, dass sie damit einem Neben- oder Hauptjob nachgehen, der ihre Leistungsansprüche schmälert oder zunichte macht.

notleidend - Hartz IV und Prostitution - das gilt es zu beachten!

Sich zu prostituieren ist nicht verboten, geht aber kaum als Minijob durch, also als Anstellung auf 450,00 Euro Basis, da sie selten legal an einen Arbeitgeber gebunden ist. Wenn kommt nur eine gewerbliche Tätigkeit in Frage, bei der auch Steuern und Abgaben fällig werden.

Freibetrag gilt nur bis 100 Euro

Auch für Prostitution gilt ein Freibetrag von 100 Euro im Monat als Erwerbseinkommen, das nicht auf den Hartz IV Satz angerechnet wird. Einnahmen darüber dürfen die Betroffenen nur zu 20 % behalten, der Rest wird von den Hartz IV Leistungen abgezogen. Hartz-IV-Beziehende verlieren also sehr schnell die meisten ihrer Ansprüche, wenn sie einer Prostitution nachgehen.

Pflicht: Anmelden bei der Gemeinde

Prostituierte sind verpflichtet, sich in ihrer heimischen Kommune anzumelden. Wenn sie das nicht tun, droht die Strafverfolgung durch die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft. Einkünfte aus der Prostitution müssen daher dem Jobcenter gemeldet werden, sonst werden die Leistungen gestrichen.

Ordnungsamt und Polizei überprüfen häufig

Die Polizei unternimmt häufig Kontrollen. Dabei könnte die Tätigkeit, wenn sie nicht angemeldet ist, auffliegen. Wer also aus finanzieller Not als Hartz-IV-Betroffene der Prostitution nachgeht, riskiert Hartz IV Bezüge, wenn die Tätigkeit nicht angemeldet ist. Mehr noch, es droht auch ein Strafverfahren wegen Leistungsbetrug. Nicht wenige Frauen mussten sich deshalb vor Gericht verantworten. Daher ist besser, auch diesen Job zu melden.

Trauma und tiefe Wunden in der Seele

Nicht zu vergessen, dass Prostitution tiefe Narben an Körper und Seele hinterlässt. Viele Ereignisse sind traumatisch und fressen sich in der Psyche des Betroffenen fest. Bevor Frauen oder auch Männer diesen Schritt in Betracht ziehen, sollten sie dies immer bedenken. Wer bereits in dem System gefangen ist, kann sich auch Hilfe suchen. Eine Möglichkeit bietet zum Beispiel die Initiative Hydra in Berlin. Bild: Gina Sanders – fotolia