Mehr Sozialbestattungen: zu arm für den Tod

Immer mehr Menschen können sich die Bestattung ihrer Angehörigen nicht leisten

06.03.2014

Immer mehr Menschen sind in Deutschland nicht in der Lage, die Bestattung ihrer Angehörigen zu bezahlen.Wie der SWR berichtet, erstatteten die Sozialämter im Jahr 2012 22.636 Bürgern die Beerdigungskosten von Verwandten. Der Sender beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage der Partei Die Linke. Insgesamt seien dadurch Kosten in Höhe von 57,45 Millionen Euro entstanden. Hier spiegele sich der sich ausweitende Niedriglohnsektor, der ergänzende Bezug von Hartz IV sowie die zunehmende Altersarmut wider, kommentierte Sabine Zimmermann, Fraktionsvize der Partei, die Zahlen gegenüber dem SWR.

Wachsende Armut zeigt sich in Deutschland auch an der deutlichen Zunahme von „Sozialbestattungen“
Zwar sei die Zahl der von Sozialämtern finanzierten Beerdigungen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, insgesamt aber deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2006 habe es einen enormen Anstieg gegeben, so Zimmermann. 8.700 Fälle seien hinzukommen und die Kosten um 39 Prozent gestiegen. Es beschäme, dass häufig die Sozialämter die Bestattungskosten von armen Menschen für die ebenso armen Hinterbliebenen übernehmen müssten.

Viele Menschen können sich eine Beerdigung schlichtweg nicht mehr leisten. Wenn selbst eine Winterjacke kaum finanzierbar ist, wie sollten dann hunderte von Euro für die Bestattung eines Angehörigen aufgebracht werden? Für die Betroffenen ist die Situation häufig sehr belastend. Sie müssen nicht nur den Verlust eines Angehörigen verarbeiten, sondern sich auch der Scham aussetzen, das Geld für die Beerdigung beim Sozialamt zu beantragen.

Wie Zimmermann berichtet, gäbe es zudem in den Kommunen keine einheitlichen Vorgaben für „Sozialbestattungen“. Das bestätigen auch die Recherchen des SWR. Demnach beinhalten die Leistungen zwar immer einen schlichten Sarg mit einfachem Blumenschmuck, die Kosten für einen Grabstein oder ein Holzkreuz werden aber nicht immer übernommen. Bestattern zufolge wird beispielsweise in Berlin nur ein Plastikschild mit dem Namen des Verstorben aufgestellt. Die Grabpflege und eine Traueranzeige müssen die Hinterbliebenen im Regelfall selbst finanzieren.

Wie Ursula Krickl, Sprecherin des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DstGB), gegenüber dem Sender berichtet, haben die Kommunen mit enormen finanziellen Problemen zu kämpfen. „Wir haben teilweise Großstädte wie Berlin, aber auch Lübeck, da beträgt der Anteil der Sozialbestattungen annähernd zehn Prozent. Der Trend wird sich sicher noch fortsetzen. Das wird die Kommunen vor enorme finanzielle Probleme stellen." (ag)




Bild: Petra Schmidt / pixelio.de

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