Rente: Neue Rentenabzugssteuer geplant – Das sollten Rentner beachten

Gegen-Hartz bei Google hinzufügen

Das Bundesfinanzministerium hat unter der Leitung von Finanzminister Christian Lindner zwei Expertenkommissionen eingesetzt, um die Besteuerung von Renteneinkünften zu überprüfen und gegebenenfalls zu reformieren. Das berichtet Rentenexperte und Rechtsanwalt Peter Knöppel.

Was bedeutet der Vorschlag der Expertenkommission für Rentner?

Die Kommission schlägt nun eine Änderung in der Besteuerung von Renteneinkünften vor: Die Einführung einer direkten Rentenabzugssteuer.

Dies würde bedeuten, dass alle Rentenzahlungen – unabhängig davon, ob sie von der Deutschen Rentenversicherung, Versorgungswerken oder privaten Rentenversicherungen stammen – direkt mit einer Steuer belegt werden, bevor sie an die Rentner ausgezahlt werden.

Ziel sei es, “Rentner von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung zu befreien”.

Wie soll die Rentenabzugssteuer umgesetzt werden?

Die Steuer soll direkt von den Rentenversicherungsträgern einbehalten und an die Finanzämter abgeführt werden. Dies ähnelt dem bekannten Verfahren bei der Einziehung von Krankenversicherungsbeiträgen.

Konkret bedeutet das, dass Rentner monatlich einen geringeren Auszahlungsbetrag erhalten werden, da die Steuern direkt abgezogen werden. Die Höhe der Abzugssteuer soll auf Basis der Renteneinkünfte des Vorjahres berechnet werden, die den Rententrägern elektronisch von der Finanzverwaltung übermittelt werden.

Lesen Sie auch:
Inflationsprämie und Rente? So können Rentner ebenfalls die 3000 Euro bekommen

Welche Vorteile soll die Rentenabzugssteuer bringen?

Der Hauptvorteil dieser neuen Steuerregelung liegt in der Entlastung der Finanzämter, die durch die Verringerung der Steuererklärungspflicht von rund 4,4 Millionen Rentnern erreicht werden soll.

Eine wichtige Bitte in eigener Sache
Bitte unterstützt uns und fügt Gegen-Hartz.de zu euren bevorzugten Quellen hinzu. Damit erreicht ihr nicht nur, dass ihr uns häufiger auch bei Google seht, sondern helft damit, dass auch viele andere Menschen unsere unabhängigen News und Urteile sehen können. Geht einfach auf den Link und klickt dann "Auf Google folgen". Das wars schon und kostet natürlich nichts, aber hilft unserer Arbeit enorm! Vielen lieben Dank!
Gegen-Hartz unterstützen

Zudem soll die direkte Besteuerung verhindern, dass Rentner unbewusst in Steuerverzug geraten und dadurch möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen fürchten müssen. Die aktuelle Praxis, bei der viele Rentner fälschlicherweise davon ausgehen, keine Steuererklärung abgeben zu müssen, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, soll somit abgelöst werden.

Was müssen Rentner beachten?

Für Rentner bedeutet das, dass ihr monatlicher Rentenbetrag nach Einführung der Abzugssteuer geringer ausfallen wird. Der Abzug umfasst dann neben den bereits üblichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen auch die Steuern. Rentner, die glauben, zu Unrecht besteuert worden zu sein, haben jedoch weiterhin die Möglichkeit, eine Steuererklärung abzugeben und sich gegebenenfalls zu viel gezahlte Steuern zurückerstatten zu lassen.

Was ändert sich bei den Pauschbeträgen?

Ein weiterer Vorschlag der Expertenkommission betrifft die Pauschbeträge. Geplant ist die Einführung eines einheitlichen Pauschbetrags, der bei Einzelveranlagung 102 Euro und bei Zusammenveranlagung 204 Euro betragen soll. Dieser Pauschbetrag soll unabhängig von den tatsächlichen Renteneinkünften gelten und somit das Steuererklärungssystem weiter vereinfachen.

Wie geht es weiter?

Die Kommission hat eine schnellstmögliche Umsetzung ihrer Vorschläge empfohlen. Finanzminister Lindner hat bereits angedeutet, dass die neue Quellensteuer für Renten eine attraktive Einnahmequelle für den Staat darstellen könnte.

Es ist daher wahrscheinlich, dass die Bundesregierung die Vorschläge zeitnah prüfen und möglicherweise einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen wird.

Sollte dieser Entwurf verabschiedet werden, wird die Deutsche Rentenversicherung künftig nicht nur für die Einziehung von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen zuständig sein, sondern auch die Steuern direkt von den Renten abziehen und an die Finanzämter weiterleiten.

Fazit: Was bedeutet das für Rentner?

Die Einführung der Rentenabzugssteuer würde eine bedeutende Veränderung in der Besteuerung von Renteneinkünften darstellen. Während Rentner von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung befreit würden, müssen sie sich auf geringere monatliche Rentenzahlungen einstellen. Dennoch bleibt die Möglichkeit bestehen, bei Unstimmigkeiten eine Steuererklärung abzugeben.