Pflegegeld-Entlastungszuschuss 125 Euro: Frist ist Ende Juni 2024

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Eine wichtige Deadline läuft in wenigen Tagen ab. Ihre Ansprüche auf Entlastungsleistungen bei der Pflege im Jahr 2023 können Sie nur noch bei Ende Juni 2024 einfordern.

Was sind Entlastungsleistungen?

Pflegebedürftige können ab Pflegegrad Eins 125 Euro Entlastungsleistung pro Monat beanspruchen. Damit soll der Aufwand entschädigt werden für notwendige Begleitung im Alltag, Betreuung, Unterstützung und Besorgungen.

Ein neues Gesetz

Diese Entlastung gibt es noch nicht lange. Rechtskräftig wurde diese Leistung erst seit dem 2017 eingeführten Pflegestätkungsgesetz (PSG II).

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Wozu dient der Entlastungsbetrag?

Der Name sagt es. Die 125 Euro sollen entlasten, und das bezieht sich auf die Pflegebedürftigen selbst und ihre pflegenden Angehörigen.

Die Betroffenen sollen mit dem Ausgleichsbetrag ihre Selbstständigkeit erweitern und notwendige Kosten stemmen.

Ein neues Denken?

Hintergrund ist die gegenwärtige Richtlinie der Pflege, bedürftigen Menschen so lange wie es nur geht, ein Leben im vertrauten Umfeld zu ermöglichen.

Die Unterbringung in ein Pflegeheim sollte hingegen am Ende stehen, wenn alle Maßnahmen nicht ausreichen, um ein Leben zuhause zu erhalten.

Die Entlastungsleistung soll helfen, ein solches Verbleiben in der eigenen Wohnung zu sichern, indem die dafür nötige Unterstützung, Begleitung und Betreuung bezahlt werden kann.

Warum eine Nachzahlung?

Diese monatlichen 125 Euro sind übertragbar. Werden sie in einem Monat nicht abgerufen oder bleiben sie mehrere Monate liegen, dann lassen sie sich en bloc anfordern, und das bis in eine Höhe von 1.500 Euro.

Warum Juni?

Diese Möglichkeit, monatliche Entlastungsbeträge im Nachhinein anzufordern besteht bis zum Juni des nächsten Jahres.

Das bedeutet, bis Ende Juni 2023 konnten noch ausstehende Beträge von 2022 angefordert werden, und bis Ende Juni 2024 diejenigen von 2023.

Bei Rechnungen gelten längere Fristen

Sind Rechnungen für Anschaffungen vorhanden, die unmittelbar aus der Pflegebedürftigkeit nötig wurden, dann gilt eine wesentlich längere Frist.

Diese können rückwirkend bis vier Jahre geltend gemacht und von der Pflegekasse bezahlt werden. Die Pflegebedürftigen müssen die Vorleistung aus eigener Tasche erbringen.

Probleme in der Praxis

In der Praxis haben die Pflegebedürftigen oft erhebliche Probleme, die Entlastungsleistungen zu bekommen, die ihnen zustehen.

So spart die Kasse riesige Summen, die nicht abgerufen werden, weil die Betroffenen nicht in der Lage sind, sie einzulösen.

Entlastungsleistungen sind zweckgebunden

Der Grund dafür ist, dass die Entlastungsleistungen nicht frei verfügbar sind, sondern zweckgebunden sind. Die Pflegebedürftigen müssen also einen konkreten Nachweis für den Einsatz des Geldes erbringen.

Die Katze beißt sich in den Schwanz

Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn anerkannt werden nur Pflegekräfte, Personal und Organisationen, die bei der Pflegekasse registriert sind. Gerade diese gibt es aber allzu oft vor Ort nicht.

Es fehlen die Anbieter

Anbieter für Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege ebenso Haushaltshilfe sind dann kaum zu finden, und die Versicherten können die vorhandenen Mittel nicht einlösen, obwohl sie einen Anspruch darauf haben.

Der Sozialverband VdK geht von zwölf Milliarden Euro aus, die die Betroffenen jedes Jahr verlieren.