Klima Aktion: Für 5 Minuten ohne Licht

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Für fünf Minuten sollen heute Abend alle Menschen die in Deutschland leben, für eine Umwelt- Aktion das Licht ausschalten.

Alle, so scheint es, wollen heute das Licht ausschalten, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. Die Aktion soll heute zwischen 20.00 und 20.05 Uhr starten. Doch kann durch diese Aktion wirklich eine Reduzierung des Kohlendioxidausstoß erreicht werden? Mitnichten! Die Aktion – die von der "Bild"-Zeitung, den Umweltverbänden, der Suchmaschine Google und dem Fernsehsender "Pro7" getragen wird, hat nur eine sehr geringe unmittelbare Auswirkungen auf den gesamten Kohlendioxidausstoß durch Energieerzeugung: Zwar entfallen ungefähr 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs auf die elektrische Beleuchtung, doch hat der Energieträger Strom lediglich etwa 20 Prozent Anteil am gesamten deutschen Endenergie verbrauch.

Die maximale Einsparpotenzial der elektrischen Beleuchtung an der gesamten Endenergie liegt also bei circa 2 Prozent – und fünf Minuten Abschaltung machen lediglich 0,01 Promille der Dauer eines Jahres aus. So wird schnell klar, das die Aktion, wenn überhaupt, eine symbolische Aktion sein kann, um die Menschen auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam zu machen.

Bemerkenswert ist allerdings, dass die heutige "Licht aus" Aktion von einem sehr breiten Spektrum getragen wird. So werben für diese Umwelt Aktion neben der WWF und Greenpeace auch die Bild Zeitung, Pro7 sowie zahlreiche Promis für das kollektive "Licht aus schalten". Der Fernsehsender Pro7 will eigens dafür eine Sondersendung schalten, um die Mitmach-Umwelt Aktion medial zu begleiten. Die Devise von Pro7 lautet; Fernsehen an, Licht aus! Das das schlecht für die Augen ist, sagt Pro7 allerdings nicht.

Sehr kritisch betrachtet die Aktion die Initiative "Licht an, aber Richtig". Hier kritisieren die Macher, dass die Aktion zwar ein symbolischen Charakter inne haben, jedoch der wahre Kern nicht berührt wird. Es sei zwar schön ein Zeichen zu setzen, aber um das Klima wirklich noch zu retten, sollte nach Ansicht der Initiative "Strom an, aber Richtig" getan werden: Den Ausstoß an Treibhausgasen dauerhaft senken und politischen Druck ausüben. Angelehnt an die "Licht Aus" Kampagne wird unter anderem gefordert, die fünf Minuten zu nutzen, um z.B. Energiesparlampen anstatt herkömmliche Glühlampen einzusetzen. Wenn 50 Prozent aller deutschen Haushalte für fünf Minuten das Licht ausschalten, werden deutschlandweit 343 Tonnen CO2 eingespart. Wenn 50 Prozent gewöhnliche Glühbirnen gegen Energiesparlampen tauschen, spart das in einem Jahr 2,5 Millionen Tonnen CO2. Das sind 7.000 mal so viel. Das ergab eine Berechung des Öko-Institutes im Auftrag der Tageszeitung "taz".

Um tatsächlich effizient Energie zu sparen, fordert die Initiative "Licht an, aber Richtig:

1. Geldsparen mit Energie sparen
2. Strom 2.0: Energieanbieter wechseln
3. Protestieren: Rote Karte für die Kohle-Lobby
4. Angela Merkel ermutigen
5. Kai Diekmann (Bild Zeitung) bilden

Die Aktion kann auf dieser Homepage aktiv unterstützt werden.

Stromausfall durch gleichzeitiges Licht aus schalten?
Die Zeitung "Die Welt" befürchtet durch die Aktion einen kritischen Stromausfall. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Ansicht nicht. Der plötzliche starke Lastabfall und das anschließende Wiedereinschalten ließe sich möglicherweise nicht durch Pumpspeicherkraftwerke und andere Spitzenlastkraftwerke wieder abfangen, die anders als Kohle- oder Atomkraftwerke kurzzeitig ihre Leistung ändern können. Dann drohen Netzabschaltungen und somit ein kurzfristiger Stromausfall. So könnte die Aktion in einigen Regionen dazu führen, dass der Strom wohl möglich länger als fünf Minuten weg bleibt.

Man kann nun streiten, ob die Aktion nun sinnvoll ist oder nicht. Eine Anregung zum Umdenken ist die Aktion "Licht Aus" auf jeden Fall. Wir sagen: Licht aus, Fernsehen Aus, und bei einer Kerze und einer Flasche Wein die schöne Stimmung genießen. Anschließend alle Lampen in Energie-Stromsparlampen austauschen und weiter am Thema dran bleiben! (08.12.07)

Hartz IV abschaffen?

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