Immer weniger Förderstellen für Hartz IV-Bezieher

Bundesregierung und BA streichen Förderstellen für Hartz IV-Bezieher

07.08.2014

Fördermaßnahmen wie Bürgerarbeit und Ein-Euro-Jobs sollen Hartz IV-Beziehern den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Seit dem Jahr 2010 haben Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit (BA) jedoch mehr als die Hälfte dieser Stellen gestrichen.

Öffentlich geförderte Beschäftigung wird immer weiter abgebaut
Von der vielfach hochgelobten guten Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes dürften Hartz IV-Bezieher wenig profitieren. So stagniert die Zahl der Erwerbslosen, die auf das Arbeitslosengeld II (ALG II) angewiesen sind, seit Jahren und ist zuletzt sogar gestiegen. Dennoch haben Bundesregierung und BA seit 2010 mehr als die Hälfte der Förderstellen für Sozialleistungsbezieher gestrichen. Wie die Zeitung berichtet, hätten damals noch mehr als 350.000 Hartz IV-Bezieher an Reintegrationsmaßnahmen teilgenommen. Mitte 2014 waren nur noch 136.000 Erwerbslose in der Bürgerarbeit, Ein-Euro-Jobs oder anderen Förderstellen beschäftigt. Die „FAZ“ beruft sich dabei auf die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen.

Der unter Schwarz-Gelb begonnene Trend setzt sich demnach auch unter der großen Koalition fort. „Während die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit geraumer Zeit stagniert und zuletzt sogar wieder leicht gestiegen ist, geht die Zahl der öffentlich geförderten Beschäftigungsverhältnisse immer weiter zurück", kritisierte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Brigitte Pothmer, gegenüber der Zeitung. Viele Betroffene würden dadurch „dauerhaft abgehängt".

Indes verteidigt die BA den Abbau der Förderstellen. Wie Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA, zum Blatt sagte, mündeten Ein-Jobs lediglich in zehn Prozent der Fälle in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. (ag)

Bild: Claudia Hautumm / pixelio.de

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