Arno Dübel: Der Vorzeige Hartz IV´ler?

Arno Dübel der Youtube-Star und Vorteilsbestätiger

24.03.2016

Arno Dübel´s Youtube-Channel weist demnächst 900.000 Besucher auf. Seine zweifelhafte Popularität bekam er durch eine RTL Reality Soap. Diese zielte auf den Zorn der Bürger ab. Denn Dübel sollte als der Hartz IV Protagonist schlechthin gelten. Und Vorurteile bestätigten. Aufregung schafft Einschaltquoten.

Das Besondere: Dübel mag nicht arbeiten. Und wer ihn sich ansieht, erkennt schnell, dass er physisch wie psychisch überhaupt nicht in der Lage wäre, mehr als 3 Stunden täglich eine reguläre Arbeit zu verrichten. Und trotzdem handeln ihn die Medien als „frechsten Arbeitslosen“. Bekannt wurde er auch durch die Talkshow von Arabella Kiesbauer im Jahre 2001. Dort gab er offen zu, dass er überhaupt kein Interesse an Arbeit hat. Und das erzählt auch Jedem, der es wissen will.

Unfreiwillig bestätigte Dübel mit seiner zu Schau gestellten Lebenseinstellung und physischen Verfasstheit, was der vorurteilsbehaftete Bürger sich „schon immer dachte“. Das Vorurteil, Hartz IV Bezieher seien „alle faul, rauchen viel, trinken viel und haben keine Lust auf Arbeit“, fand in Arno Dübel die personifizierte Wirklichkeit. Doch die Realitäten sehen freilich anders aus.

Man würde lügen, wenn man behaupten würde, es gebe nicht die Arno Dübels, die auf den kalten Bänken in den Jobcentern warten und sitzen. Es gibt sie. Es sind Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation, aus unterschiedlichen Gründen, nicht in der Lage sind, sich in den gesellschaftlichen Arbeitsprozess zu integrieren. Doch stellen sie eine absolute Minderheit dar. Es sind jeweilige Einzelfälle. Einzelschicksale. Die es immer geben wird. Mit, aber auch ohne Hartz IV Sanktionen.

Das Vorurteil findet am Fernsehapparat seinen Widerhall. Der Zuschauer, der bereits eine solche Grundeinstellung pflegt, fühlt sich nun bestätigt. Nach dem Motto: „Seht her, so sind die Hartz IV Empfänger, während ich für einen Hungerlohn schufte“. Was sich dabei ausdrückt, ist die Unzufriedenheit über die eigene Situation. Das wenige Geld für die viele Arbeit. Aber würde man wirklich mit Arno Dübel tauschen?

Spätestens dann, wenn man selbst in eine solche schwere Lage gerät und Hartz IV beantragen muss, ändert sich die Sichtweise. Aber dann ist es zu spät. Das Vorurteil, dass man selbst forcierte, schlägt nun bei einem selbst zu.

Und noch was: Das Gleiche erleben derzeit Flüchtlinge, die sich vor Bomben und Tod zu schützen. Aus Einzelfällen, wie die in Köln, wird eine Allgemeingültigkeit. Und diese brennt sich zum Nachteil der Diskriminierten in das Gehirn. Aus Einzelfällen wird die falsche Gewissheit, alle seien so. Es ist das gleiche Muster. (sb)

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