Osterode: Hartz IV Empfänger im Hungerstreik

Rüdiger S. im Hungerstreik gegen Hartz IV Willkür und Sanktionen

Inhumane Zwangsverwertung des Hauses soll einen Hartz IV Empfänger aus dem Haus treiben. Schikanen der Arge bringen Rüdiger S. zum Hungerstreik

Wie die Linkszeitung (LZ) heute (01.12.06) berichtet, befindet sich ein Hartz IV Empfänger aus dem Landkreis Osterode im Hungerstreik. Rüdiger S. protestiert damit gegen die schikanösen Sanktionen seiner zuständigen Arge.

Rüdiger S. kaufte sich im Jahre 1988 ein 150 Jahre altes Fachwerkhaus im Landkreis Osterode (Harz), um für sich eine adäquate Altersabsicherung zu erschaffen. Das Haus war schnell abgezahlt, doch dann folgte die nichtgewollte Arbeitslosigkeit. Nachdem war Rüdiger S. so arm, dass er noch nicht einmal seine Heizung anstellen konnte. Nun muss sich Rüdiger S. jeden Tag aufs neue entscheiden, ob er die Heizung anmacht, den Hund füttert oder für sich selbst etwas zu essen kauft. Laut LZ ist Rüdiger S. kein Einzellfall; ca. 100.000 Menschen befinden sich in der gleichen Situation und bangen um ihr abgezahltes Wohneigentum.

Haustiere für die ARGE "Luxus"

Die ARGE in Osterode zahlt pauschal 77 Euro für die Heizkosten. Es liegt auf der Hand, dass dieser Betrag bei weitem nicht ausreicht, um ein 150 Jahre altes Fachwerkhaus zu beheizen. Doch die ARGE Osterode unterbreitet "kostruktive" Vorschläge, anstatt den Pauschalbetrag für die Heizkosten zu erhöhen- und das, obwohl das abbezahlte Haus keine weiteren Kosten für die ARGE Osterode verursacht. Der Vorschlag der ARGE: Rüdiger S. soll seinen Hund abschaffen, um Tierarztrechnungen und Hundefutter einzusparen. Nach Meinung der Arge ist der Hund ein "Luxus" und deshalb einsparbar.

Im Winter ist die Situation kaum auszuhalten. Der Winter ist im allgemeinen im Harz viel härter, als in tiefer gelegenen Regionen. Um Heizkosten zu sparen, verbrachte Rüdiger S. die meiste Zeit in seinem 5 m2 großen Badezimmer.

Ein Euro Job statt bedarfgerechter Heizkosten
Anstatt Rüdiger S. nun tatsächlich Hilfe von der Arge bekommt, droht diese nun, ihm 30 Prozent vom Regelsatz zu kürzen. Der Grund: Rüdiger S. soll seinen Gebrauchtwagen verkaufen und einen Ein Euro Job antreten- als diziplinäre Maßnahme versteht sich. Im Klartext bedeutet dies: Rüdiger S. soll seinen Hund abschaffen, kein Auto mehr fahren und täglich zu Fuss eine längere Strecke auf sich nehmen, um einen Ein Euro Job anzutreten.

Rüdiger S. befindet sich nun im Hungerstreik
Rüdiger S. reicht es; er hat der Arge mitgeteilt, dass er nicht für einen Euro arbeiten wird, um dann in sein kaltes Haus zurück zu kehren, um zu frieren. Rüdiger S. besteht auf eine Vermittlung sozialversicherungspflichtiger Arbeit oder der Zahlung einer bedarfsgerechten Sozialleistung. Die ARGE Region Osterode hat daraufhin die Regelleistung um 30 Prozent gekürzt. Seit dem befindet sich Rüdiger S. im Hungerstreik!

Die LZ fordert nun zur Solidarität auf. Mit einem "Mailomat" sollen Protestmails an verschiedene Politiker versandt werden, um auf die Situation von Rüdiger S. aufmerksam zu machen. sm, 01.12.06

Quelle u.a. Linkszeitung

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