Schwerbehinderung: GdB wird herabgesetzt – Das musst Du jetzt tun

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Wenn sie eine Festsetzung für einen Grad der Behinderung (GdB) haben und sich ihr Gesundheitszustand verbessert, kann ihr GdB einer Nachprüfung durch die zuständige Behörde unterzogen werden.
Die Folge kann sein, dass ihr GdB möglicherweise herabgesetzt oder ihnen sogar der Status als schwerbehinderter Mensch aberkannt wird.

Herabsetzung des GdB

Im Grundsatz gibt es drei Fälle, in denen der GDB herabgesetzt werden kann:

  1. Wenn sich gesetzliche Regelungen geändert haben, die auf Ihren Fall einen Einfluss haben.
  2. Wenn bei Ihnen Veränderungen oder Wegfall der Gesundheitsstörungen eingetreten sind.
  3. Wenn eine Heilungsbewährung eingetreten ist.

Rückwirkende Herabsetzung

Eine Herabsetzung des GdB darf nicht rückwirkend geschehen. Eine zukünftige Herabsetzung ist dagegen auch noch Jahre nach einer wesentlichen Veränderung ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung möglich. Dies gilt auch, wenn sie einen unbefristeten Schwerbehindertenausweis besitzen.

Welche Voraussetzungen gelten?

Damit eine Herabsetzung des GdB entschieden werden kann, muss die maßgebliche Änderung ihres Gesundheitszustands voraussichtlich länger als sechs Monate anhalten.

Die zuständige Behörde gibt ihre Einschätzung an das Versorgungsamt, welches dann die Sach- und Rechtslage beurteilt.

Ablauf der Herabsetzung

Wichtig zu Beginn ist, dass ihr GdB so lange gilt, bis ein neuer Bescheid ergangen ist. Auch wenn ihr Schwerbehindertenausweis abgelaufen ist oder sie sich möglicherweise in einem Widerspruchsverfahren befinden, können sie ihren GdB noch behalten.

Zum Ablauf: Das Versorgungsamt stellt fest, dass eine Nachprüfung durchzuführen ist und teilt ihnen dazu mit, dass eine Herabsetzung ihres GdB beabsichtigt ist.

Anhörungschreiben beantworten

Sobald sie das Anhörungsschreiben des Versorgungsamtes erhalten haben, haben sie vier Wochen Zeit, sich schriftlich oder telefonisch gegenüber der Behörde zu äußern.

Es ist wichtig, ärztliche Befundberichte zu ihrer Beeinträchtigung oder Erkrankung vorzulegen, um ihre Argumentation zu untermauern.

Wenn sie außergewöhnliche Folgen und Begleiterscheinungen bei Ihrer Behandlung haben oder gehabt haben, muss das vom Versorgungsamt berücksichtigt werden.

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Schutzfrist bei Aberkennung

Im Fall der Aberkennung ihres Status als schwerbehinderter Mensch, besteht eine Frist von drei Monaten, in der sie Ihren Schwerbehindertenausweis und den Schutz eines Schwerbehinderten behalten. Erst wenn der gesetzliche Schutz beendet ist, wird Ihr Schwerbehindertenausweis eingezogen.

Zusatz: Was bedeutet Heilungsbewährung?

Am häufigsten wird der Grad der Behinderung nach einer Heilungsbewährung herabgestuft.

Diese Heilungsbewährung beschreibt den Zeitraum nach einer Behandlung, in dem der Erfolg der Therapie noch nicht sicher eingeschätzt werden kann und ein Rückfall nicht ausgeschlossen ist.

In der Regel dauert die Heilungsbewährung fünf Jahre. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie zum Beispiel bei Organtransplantationen oder der Entfernung bösartiger Tumore im Frühstadium, wo die Heilungsbewährung nur zwei Jahre beträgt.

Die Heilungsbewährung beginnt nach der Entfernung des Tumors und endet nur bei einem positiven Verlauf der Erkrankung.

Sollte es bei einer Krebserkrankung zu einem Rückfall oder zur Bildung von Metastasen kommen, bleibt der hohe GdB in diesem Fall bestehen.