Hartz IV – Abzug von Kosten bei Auszahlung

Wer Hartz IV bezieht, ist oftmals auch überschuldet oder sogar insolvent. Obwohl der Gesetzgeber das “Konto für Alle” von den Banken gesetzlich verlangt, verweigern viele Kreditinstitute ein Konto. Das hat zur Folge, dass nicht wenige Menschen kein Bankkonto besitzen. Die Betroffenen müssen sich Sozialleistungen in Bar auszahlen lassen. Doch eine Barauszahlung verursacht Kosten. So entstehen Hartz IV Kürzungen auf indirektem Wege.

Leistungsberechtigte, die kein Konto haben, bekommen vom Jobcenter einen Scheck. Diesen müssen sie bei der Post oder bei der Postbank auszahlen lassen. Dafür werden Kosten fällig. Die Linke im Deutschen Bundestag startete deshalb eine kleine Anfrage an die Bundesregierung, um das Ausmaß zu erfassen.

Fast 37.000 Menschen betroffen

Aus der Antwort der Bundesregierung ist zu entnehmen, dass etwa 438.000 solcher Auszahlungsvorgänge mit Abzügen im vergangenen Jahr stattfanden. Hochgerechnet ergibt das rund 36 500 betroffene Hartz-IV-Bezieher, die einen solchen Scheck einlösen mussten.

Rund 3,5 Millionen Euro wurden somit über die Postbank an Leistungsbezieher aushezahlt. Die Leistungsbezieher mussten 96 EUR Leistungsminderungen pro Jahr hinnehmen.

Wer schlecht dran ist, wird noch schlechter behandelt

Die Co-Vorsitzende der Linken, Katja Kipping, kritisierte dieses offensichtliche Kürzungsverfahren. Wer bereits so schlecht dran ist, dass ihm ein Konto verwehrt bleibt, wird noch schlechter behandelt. “Kein Konto zu haben, darf nicht durch Barabzug bestraft werden. Menschen, die kein Konto eröffnen können, muss geholfen werden”, forderte Kipping.

Sich wehren, wenn ein Konto versagt wird

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie sich wehren können, wenn ein Konto von der Bank verweigert wird.

Hartz IV abschaffen?

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