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Erwerbslose besetzten Agentur für Arbeit

Erwerbslose besetzen Arbeitsagentur

Erwerbslose besetzten Agentur für Arbeit in Esslingen: Sachbearbeiter vermitteln fast ausschließlich Betroffene in Leiharbeitsfirmen

24.02.2011

Bereits am vergangenen Montag haben etwa 50 Menschen die Agentur für Arbeit in Esslingen besetzt. Die ehemalige Angestellten der Firmen Index und Traub wollten mit ihrer halbstündigen Aktion gegen die Vermittlungspolitik der Behörde protestieren. Die Demonstranten werfen der Arbeitsagentur vor, vordergründig "junge, gut qualifizierte Fachkräfte an Verleihfirmen in Billigjobs vermitteln zu wollen".

Zum Jahresbeginn wurfen über 100 Menschen der Firmen Index und Traub in die Arbeitslosigkeit entlassen. Die meisten wechselten in eine Transfergesellschaft, die den Zweck hat, Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen und sich um die Vermittlung der Personen zu kümmern. Die Agentur für Arbeit hatte sich bislang hier weitgehend rausgehalten. "Dies war eine gute und jahrelang geübte Praxis. Und auch im Vorfeld des Personalabbaus bei Index/Traub, wie auch bei der Fa. Heller in Nürtingen, gab es eine entsprechende Absprache zwischen den Geschäftsleitungen der Firmen, der IG Metall Esslingen, dem Arbeitgeberverband und den Verantwortlichen des Agenturbezirks Göppingen." Nun aber, so die Kritik der Demonstranten, mischen sich Sachbearbeiter bei der Außenstelle der Arbeitsagentur in Esslingen massiv ein. "Sie bombardieren die Kolleginnen und Kollegen mit Stellenangeboten - fast ausschließlich Stellen bei Zeitarbeitsfirmen und zu den bekannt niedrigen Löhnen."

Ein Betroffener erhielt insgesamt 17 Stellenangebote, 15 davon waren von Zeitarbeitsfirmen mit niedrigen Löhnen. "Auszubildende, die jetzt im Januar/Februar ausgelernt haben, hatten noch nicht einmal ihre letzte Prüfung hinter sich, da hatten sie schon Post von der Arbeitsagentur. Teilweise meldeten sich Verleihfirmen sogar telefonisch direkt bei den jungen Fachkräften, die sich fragten, wie ihre Telefonnummern dort gelandet sind." lautet ein weiterer Vorwurf der Demonstranten. "Und die Diskussion um Fachkräftemangel bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn ausgebildeten Mechatronikern eine Stelle bei einer Dönerbude angeboten wird."

Die Gewerkschaft IG Metall Esslingen fordert nun die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen auf, die Vermittlungspraxis der Esslinger Agentur für Arbeit zu untersuchen. Es sei nicht auszuschließen, dass es persönliche Verflechtungen zwischen Mitarbeitern der Arbeitsagentur und Verleihfirmen gibt. Sollte dies der Fall sein, fordert die IG Metall personelle Konsequenzen. (sb)

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