Hartz IV reicht nicht aus: Hier erhalten Hunde- und Katzenhalter Hilfen!

Wer in Not gerät und Hartz IV bezieht, muss mit einem Regelsatz auskommen, der noch nicht einmal ein menschnewürdiges Leben ermöglicht. Wie sollen dann Hunde und Katzen ernährt werden? Schließlich waren die Haustiere oft schon vor dem Hartz IV-Bezug ein treuer Begleiter oder Mitglied der Familie.

Jeder Mensch darf in Deutschland einen Hund, eine Katze oder Meerschweinchen halten. Auch Hartz IV bzw. Sozialhilfe Beziehern darf der Staat nicht verbieten, ein Haustier zu besitzen. Allerdings sehen die Regelleistungen im SGB II keinerlei Hilfen vor, um ein Tier zu versorgen. Neben einigen anderen Hilfen, die außerhalb des SGB II existieren und hier ausführlich beschrieben sind, bieten sog. Tiertafeln schnelle und unbürokratische Hilfen.

Vom Munde absparen

“Wer ein Tier hat und es wirklich liebt, verzichtet bei Geldnot eher aufs eigene Essen, als dass das Tier hungern muss”, berichtet Roswitha Hausin aus Niederhof. Sie weiß genau wovon sie spricht, denn sie hat im Landkreis Waldshut die “Tiertafel” mit aufgebaut.

Zur Tiertafel können Haustierhalter/innen gehen, die selbst in Not geraten und dringend auf Futterspenden für ihren Hund oder ihre Katze angewiesen sind. Für die meisten Betroffenen sind die Haustiere nämlich über die Jahre regelrecht ans Herz gewachsen. Sie wollen nicht, dass ihre Tiere ins Tierheim abgeschoben werden. Für viele Haustierbesitzer sind die Tiere auch deshalb wichtig, weil sie sonst vollkommen vereinsamen würden.

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Ein Anspruch auf Hilfe wird zuvor geprüft

“Ganz klar: Es kostet sehr viel Überwindung, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und zu sagen: Ich kann kein Futter mehr kaufen. Können Sie mir helfen?” Bevor die Tiertafel allerdings Futter und Sachspenden vergibt und sich auch anteilig an Tierarztrechnungen beteiligt, wird die Bedürftigkeit des Hilfesuchenden überprüft. Denn die Spenden sind überschaubar, weshalb nur wirklich bedürftigen Tierhaltern geholfen werden kann.

Um Hilfe zu bekommen, müssen die Notleidenden deshalb einen aktuellen Hartz-4-Bescheid vorlegen, einen Arbeitslosen- oder Rentenbescheid nachweisen, oder dass das Einkommen nicht für den Futterkauf ausreicht. Noch einfacher ist es, wenn Betroffene einen Berechtigungsschein für den Einkauf in einem Tafelladen vorweisen kann.

Bis zu 80 Prozent Futtermittelbedarf wird gefördert

Konnte ein Nachweis erbracht werden, wird der Kunde in der Tiertafelkartei registriert. Dann kann er/sie bis zu 80 Prozent des Futtermittelbedarfs über die Tiertafel beziehen. Daneben können auch Sachspenden wie Hundeleinen oder Futternäpfe erworben werden.

Wo findet man eine Tiertafel?

In vielen Großstädten und Landkreisen existieren solche Tiertafeln. Ein Blick ins Internet reicht aus, um eine Tiertafel in der Nähe zu finden. In Berlin z.B. kann z.B. hier Kontakt aufgenommen werden. Bild: K. Thalhofer – fotolia

Hartz IV abschaffen?

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