Oft falsche Anhörung des Betriebsrats erhöht Abfindung bei Kündigung

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In größeren Betrieben ist häufig ein Betriebsrat installiert. Dieser muss bei Kündigung eines Angestellten angehört werden. Eine solche Anhörung findet allerdings nur selten rechtskonform statt. Diese Tatsache erhöht allerdings auch die Summe der Abfindung im Rahmen einer Kündigung.

Ein Großteil der Kündigungen verstoßen gegen das Kündigungsschutzgesetz. Daher ist es ratsam, zügig eine Kündigungsschutzklage bei dem zuständigen Arbeitsgericht einzureichen.

Rechtzeitig Kündigungsschutzklage einreichen

Denn wer innerhalb von 3 Wochen nach Kündigung keine Kündigungsschutzklage einreicht, kann trotz fehlerhafter Kündigung nur in besonderen Fällen auch im Nachhinein eine Klage einreichen. Entweder kann eine Wiedereinstellung erreicht werden oder man einigt sich auf eine Abfindung. “Meistens wird im Rahmen einer Vorverhandlung bereits eine Abfindung vereinbart”, sagt Rechtsanwalt Cem Altug von “Arbeitnehmer.Support“. Denn auch die Gegenseite kann sehr genau einschätzen, wie hoch das Risiko bei einem Klageverfahren ist.

Um allerdings eine Klage einzureichen, sollte ein Fachanwalt für Arbeitsrecht eingeschaltet sein. Nur dieser kennt die Tricks der Arbeitgeber und kann Fehler in der Kündigung finden. Eine Klage muss inhaltlich vorbereiten sein, damit sich die Chancen auf eine Abfindung deutlich erhöhen.

Wann wird eine Abfindung gezahlt

Eine Abfindung wird immer dann gezahlt, wenn eine Kündigungsschutzklage erfolgreich sein könnte oder ist. Allerdings verschenken Gekündigte oft viel Geld, wenn sie sich mit pauschalen Formeln wie “ein halbes monatliches Bruttogehalt pro Beschäftigungsjahr” abspeisen lassen.

Eine Abfindung ist nämlich immer eine Verhandlungssache und abhängig davon, wie hoch die Chancen im Falle einer Kündigungsschutzklage sind. Dabei spielen eine Menge Faktoren eine Rolle. Auch das Verhandlungsgeschick des Anwalts ist entscheidend.

Anhörung des Betriebsrates sehr oft ungenügend

Im Falle einer Kündigung muss der Betriebsrat angehört werden. Allerdings sind solche Anhörungen aus Unkenntnis des Betriebsrates und oder des Arbeitgebers oft ungenügend im Sinne des Arbeitsrechts.

Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat sehr genau darlegen, warum eine Kündigung des Arbeitgebers notwendig ist. Diese Darlegung nennt man “Anhörung”. “Das aber geschieht nur selten”, so der Anwalt. Keine Rolle spielt es allerdings ob und wie sich der Betriebsrat zu der Kündigung äußert.

Da aber eben jene Anhörung nicht ordnungsgemäß verlaufen, sind die Kündigungen unwirksam. In der Folge kann dann ein Anwalt für Arbeitsrecht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Das muss der Gekündigte innerhalb einer Frist von 3 Wochen nach Kündigung tun.

Im Vorfeld der Klage kann ein Anwalt dann schon versuchen, eine Abfindung auszuhandeln. Lässt sich der Arbeitgeber nicht auf eine Abfindung oder Wiedereinstellung ein, kommt es zum Klageverfahren. Aber auch dort wird regelmäßig eine Abfindung ausgehandelt. Lesen Sie auch: Kündigung und Abfindung: Diese 5 Tipps solltest Du immer einhalten!

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