Mit diesem Kaffeetrick wurde der Hartz IV Regelsatz gekürzt

Mit zahlreichen Tricks rechnet die Bundesregierung die Regelbedarfe bei Hartz IV klein. Der Kaffeetrick zeigt dies deutlich.
Für das kommende Jahr werden die Hartz IV Regelleistungen wieder angepasst. Die Bundesregierung behauptet, die Erhöhung würde beispielsweise auch den fehlenden Corona-Pandemie-Zuschlag ausgleichen. Immerhin würde es ab kommenden Jahr etwas mehr Geld geben, so die Beschwichtigung. Doch weit gefehlt. Mit statistischen Tricks werden die Regelbedarfe mit System faktisch kleingerechnet. Einen offensichtlichen Trick zeigen wir hier auf.

Jedes Jahr werden die Arbeitslosengeld II-Regelleistungen überprüft und festgelegt. Das Bundesverfassungsgericht hatte zuletzt diese Regellung angemahnt und sie ist auch im Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII) festgelegt. Die Regelsätze werden aus einem sogenannten Mischindex errechnet. Dieser setzt sich zu 70 Prozent aus der relevanten Preisentwicklung und zu 30 Prozent aus der Nettolohnentwicklung zusammen.

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Bewusst niedrig gerechnet

Die Anpassungen werden von Erwerbslosengruppen und Experten als “unzureichend” bezeichnet, da sie nicht die aktuelle Wirklichkeit der Preissteigerungen darstellen. Zudem handelt es sich hierbei nicht um eine “Erhöhung”, sondern lediglich um eine “Anpassung”, da die Lebenshaltungskosten gestiegen sind. Sozialrechtsexperten werfen der Bundesregierung vor, dass die Bedarfsrechnung absichtlich zu niedrig bemessen wird.

Kaffeetrick um den Hartz IV-Regelbedarf kleinzurechnen

Der nun vorgelegte zum neuen Regelbedarfsermittlungsgesetz zeigt eindrucksvoll, wie die Bedarfe klein gerechnet werden. Es sind nicht nur statistische Tricks, sondern bewusst angewendete Methoden, um möglichst wenig an Hartz IV Bezieher zu zahlen.

Zum Beispiel wird nicht ein Kaffee, wie dieser in einem regulärem Café erworben wird für die Berechnung einbezogen, sondern nur der reine Warenwert. Dieser setzt sich lediglich aus Wasser und Kaffeepulver zusammen. Das kostet ein Kaffee im normalen Leben allerdings nicht. So erreicht man nur 31,1 Prozent des realen Kaffeepreises, den es so aber nicht gibt. Kritiker sprechen daher in diesem Zusammenhang von einer “systematischen Bedarfsunterdeckung”. (arthurhidden/fotolia.com)

Hartz IV abschaffen?

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