Kündigung: So wird eine mögliche Abfindung berechnet

Bei einer Kündigung will der Betroffene wissen, welche Höhe eine mögliche Abfindung erzielen kann. Auch bei Aufhebungsverträgen werden regelmäßig Abfindungen angeboten. Meist sind diese Summe niedriger, als die, die normalerweise erzielt werden könnten.

Ein neuer und kostenfreier Abfindungsrechner kann berechnen, ob überhaupt ein Abfindungsanpruch besteht und wie dieser ausfallen würde.

Eine Abfindung ist Verhandlungssache

Für eine Abfindung im Kündigungsfall existiert keine gesetzliche Regelung. Eine Abfindung ist lediglich eine Verhandlungssache, wenn die Kündigung aus unterschiedlichen Gründen nicht rechtswirksam erscheint. Dennoch orientieren sich Anwälte und Gerichte an bestimmte Berechnungsgrundlagen, die regelmäßig vor Arbeitsgerichten ausgehandelt wurden.

Wie wird eine mögliche Abfindung berechnet?

Eine Regelabfindung beträgt pro Beschäftigungsjahr 0,5 Brutto-Monatsgehälter. Je nachdem wie der Einzelfall gelagert ist, können auch weitaus höhere Abfindungssummen ausgehandelt werden. “Der Faktor 1,0 oder sogar 1,5 pro Beschäftigungsjahr ist keine Seltenheit”, berichtet zudem Cem Altug, Rechtsanwalt aus Hannover. “Auch ein Faktor von 2,0 konnte bereits erzielt werden.”

Der Zeitfaktor Betriebszugehörigkeit wird auf ganze Jahre auf- oder abgerundet.

Beispiel: Wird die Kündigung mitten im Jahr nach sechs Monaten ausgesprochen, wird die Abfindung auf ein ganzes Jahr aufgerundet. Erfolgt die Kündigung am Anfang des Jahres, wird der Anspruch abgerundet.

Die Länge der Betriebszugehörigkeit wird auf ganze Jahre auf- oder abgerundet. Wenn die Kündigung mitten im Jahr erfolgt, wird nach sechs Monaten auf ein ganzes Jahr aufgerundet. Der Abfindungsrechner berechnet die Abfindung in Brutto. Beim Bruttomonatsgehalt wird das durchschnittliche Monatsgehalt eines Jahres in Brutto zugrunde gelegt.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld bei einer Abfindung

In die Berechnung fließen auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Boni-Zahlungen, Zuschläge sowie Provisionen ein, die in dem laufenden Jahr noch ausgezahlt würden.

Muss eine Abfindung versteuert werden?

Wird eine Abfindung erzielt, muss der Gekündigte keine Sozialversicherungsbeiträge darauf zahlen. Allerdings muss die Abfindung beim Finanzamt angegeben und schließlich versteuert werden.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass nur ein Fünftel bei der Berechnung zugrunde gelegt wird – unabhängig von der Steuerklasse. Das bedeutet, zum Jahresentgeld wird nur noch ein Fünftel der gezahlten Abfindung hinzugezogen, um das Jahreseinkommen zu berechnen.

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Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag

Diese Berechnungsgrundlage ist auch wichtig, wenn dem Arbeitnehmer ein Aufhebungsvertrag vorgelegt wird.

Die erste Regel hierbei ist: “Unterschreiben Sie erst einmal nichts! Lassen Sie die Emotionen sacken und prüfen Sie die Umstände, bevor Sie endgültige Vereinbarungen eingehen, die sich nicht mehr ohne Weiteres ändern lassen. Denken Sie daran, dass ein Aufhebungsvertrag zu einer zwölfwöchigen Sperre beim Arbeitslosengeld führen kann, weil Sie damit die Arbeitslosigkeit juristisch gesehen selbst verursacht haben.”

Betroffene sollten zunächst nach dem Berechnungsfaktor prüfen, ob die vorgeschlagene Abfindung in regelhafter Höhe ist.

Liegt die Summe weit darunter, sollte ein Anwalt hinzugezogen sein, der die Verhandlung mit dem Arbeitgeber übernimmt. Der Anwalt kann den Arbeitsvertrag und die betriebliche Situation genau bewerten und entsprechend die Summe nach oben verhandeln.

Eine Kündigungsschutzklage ist der erste Weg zur Abfindung

Wurde kein Aufhebungsvertrag mit entsprechender Abfindung vorgelegt: “Prüfen Sie eine Kündigungsschutzklage!
Die Chancen für eine erfolgreiche Kündigungsschutzklage stehen oft sehr gut. Viele Arbeitgeber begehen Fehler bei der Aussprache einer Kündigung, womit die Kündigung ihre Wirksamkeit verliert”, so der Anwalt.

Melden Sie sich als arbeitssuchend

Spätestens drei Tage nach der Kündigung müssen Sie sich telefonisch oder online bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend melden, um Sperrzeiten für den Anspruch auf Unterstützung durch Sozialleistungen zu vermeiden. Wurden Sie gekündigt, können Sie außerdem Arbeitslosengeld (ALG I) beantragen, wenn Sie vor der Kündigung zwölf Monate beschäftigt waren.

Online eine Abfindung berechnen

Wer einen möglichen Abfindungsanspruch berechnen will, kann dies hier online kostenfrei tun. Zu beachten gilt, dass nur eine Summe ausgegeben wird, die unter Umständen im Vorfeld oder vor Gericht erzielt werden könnte. Auch weitere Parameter wie die Betriebsgröße sind entscheidend, die allerdings ebenfalls abgefragt werden.

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