Für Hartz IV Arbeiten lassen

Andrea Nahles will Hartz IV-Bezieher zukünftig für die Leistung arbeiten lassen

13.10.2014

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will am 5. November ein neues Konzept zur Bekämpfung von "Langzeitarbeitslosigkeit" im Bundestag vorstellen. Unter anderem sollen Hartz IV Bezieher künftig für Sozialleistungen arbeiten.

Betriebsakquisiteure sollen bei Unternehmen für mehr Jobs für Hartz IV-Bezieher werben
Derzeit beziehen bundesweit 1.923.040 Menschen Leistungen nach dem SGB II. Mit dem neuen Konzept soll diese Zahl ab 2015 deutlich reduziert werden. So plant Nahles der Zeitung zufolge die Zahl der Arbeitsvermittler in den Jobcentern zu erhöhen. Dann soll ein Vermittler nicht wie bisher 250 Kunden, sondern nur noch 100 Hartz IV-Bezieher betreuen. Auch die Zahl der Fallmanager soll falls nötig für eine intensivere Betreuung der Erwerbslosen angehoben werden.

Jobcenter, Sozialverbände und Behörden sollen zudem in Aktivierungszentren enger kooperieren und soziale, psychische und gesundheitsfördernde Maßnahmen für die Erwerbslosen anbieten, berichtet das Blatt.

Auch die Unternehmen sollen über Betriebsakquisiteure stärker eingebunden werden. So sollen bundesweit 600 neue Mitarbeiter gezielt Unternehmen ansprechen und für die Anstellung von Hartz IV-Beziehern werben. Geplant ist zudem eine begleitende Öffentlichkeitskampagne für mehr Jobs für Hartz IV-Bezieher.

Die Betriebsakquisiteure sollen für rund 30.000 Erwerbslose, die als schwer vermittelbar gelten, bis zu 19.000 Stellen schaffen. Die Unternehmen erhalten dafür im Gegenzug Lohnkostenzuschüsse. Der Zeitung zufolge fallen dafür Kosten in Höhe von 885 Millionen Euro (EU: 470 Millionen) an. Soweit so gut oder schlecht.

Statt Ein-Euro-Job "Passiv-Aktiv-Tausch" (PAT)
In drei Jobcentern soll nach „B.Z.“-Informationen der sogenannte Passiv-Aktiv-Tausch (PAT) getestet werden. Dabei werden die passiven Leistungen – Hartz IV Regelsatz und Unterkunftskosten – zusammengelegt und in ein Gehalt in Höhe von circa 1.200 Euro für einen sozialversicherungspflichtigen Job investiert. Nähere Informationen, wie diese Jobs aussehen, sind bislang nicht bekannt. In Baden-Württemberg, wo ein solches Modell im November 2012 anlief, wurde bei den PAT-Jobs bewusst auf die Kriterien „Zusätzlichkeit“ und „Öffentliches Interesse“ der Tätigkeiten verzichtet, wie sie bei Ein-Euro-Jobs Voraussetzung sind. Dort nehmen Erwerbslose an dem Modellprojekt teil, die bereits 36 Monate im Leistungsbezug stehen, mehrere Vermittlungshemmnisse haben und anderenfalls kaum eine Chance auf eine reguläre Beschäftigung hätten. Kritiker befürchten jedoch, dass durch PAT ein noch größerer Niedriglohnsektor einsteht. (ag)


Bild: Lupo / pixelio.de

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