Rente: Rentner können unbegrenzt hinzuverdienen – allerdings mit einer Einschränkung

Lesedauer 2 Minuten

Seit Inkrafttreten des 8. Gesetzes zur Änderung des SGB IV und anderer Gesetze am 1. Januar 2023 gibt es eine gute Nachricht für Rentnerinnen und Rentner: Die bisherige jährliche Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten wurde aufgehoben.

Die Regelung, die für Flexibilität beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand sorgt, gilt auch für das Jahr 2024, wie Rechtsanwalt und Rentenberater Peter Knöppel aus Halle bestätigt. Allerdings müssen die Einkünfte versteuert werden.

Die Änderung, die ursprünglich am 1. Januar 2023 in Kraft trat, wurde nicht befristet. Sie erlaubt es Altersrentnern, neben ihrer Rente unbegrenzt hinzuverdienen zu können, ohne dass dieser Zusatzverdienst auf ihre Altersrente angerechnet wird.

Dies gilt sowohl für Altersrenten vor der Regelaltersgrenze als auch für Erwerbsminderungsrenten. Diese Regelung soll den bestehenden Arbeits- und Fachkräftemangel mildern, indem sie Rentnern mehr Spielraum für eine fortgesetzte Tätigkeit nach Erreichen des Rentenalters bietet.

Lesen Sie auch: - Bürgergeld Online-Rechner

Rechtsanwalt Peter Knöppel zum Thema Arbeiten und Rente

Hinzuverdienstgrenzen bei Erwerbsminderungsrenten sind gestiegen

Die dynamisierten Hinzuverdienstgrenzen bei Erwerbsminderungsrenten sind ab 2023 gestiegen und werden 2024 weiter angepasst. Rentnerinnen und Rentner, die sich Sorgen um mögliche Hinzuverdienstgrenzen gemacht haben, können beruhigt werden. Für Altersrenten vor Erreichen der Regelaltersgrenze gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr”, so der Anwalt.

Das bedeutet, dass Rentner grundsätzlich neben ihrer Rente im arbeitsrechtlich zulässigen Umfang arbeiten können, ohne dass dies Auswirkungen auf ihre Altersrente hat.

Auch Einkommen von Rentnern wird versteuert

Erwerbstätige Rentner sind jedoch wie andere Erwerbstätige steuerpflichtig. Zum steuerpflichtigen Teil der Rente kommt der Hinzuverdienst, bei Freiberufler/innen der steuerpflichtige Teil aus selbstständiger Tätigkeit.

Wie hoch ist die Steuerbelastung für Rentner?

Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat errechnet, dass die Steuer- und Abgabenbelastung je nach Rentenhöhe, Höhe des Hinzuverdienstes und Familienstand unterschiedlich hoch sein kann.

Hinzuverdienst bei der Rente unterliegt der Einkommensteuer

Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer beträgt im Jahr 2023 für Ledige 10.908 Euro, für Verheiratete 21.816 Euro. Für einen Hinzuverdienst bei vorgezogener Altersrente, der darüber liegt, bedeutet das: Er ist voll einkommensteuerpflichtig. Dies gilt nur nicht für Minijobs.

Rente und Minijob

Nur sehr geringe Steuern (pauschal zwei Prozent) zahlen Rentnerinnen und Rentner, wenn sie einen Minijob ausüben. Dieser Zuverdienst von bis zu 520 Euro im Monat wird nicht auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angerechnet. Mit Minijobs kann man also bis zu 6.240 Euro im Jahr steuerfrei verdienen.

Rentenbeiträge trotz vorzeitigem Renteneintritt

Wenn Sie vor der Regelaltersgrenze Rente beziehen und sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, müssen Sie wie andere Arbeitnehmer/innen auch alle Sozialbeiträge leisten. Dazu gehören Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung und nicht zuletzt Rentenbeiträge.

Die gesetzlichen Änderungen zur Hinzuverdienstgrenze bei Alters- und Erwerbsminderungsrenten, die 2023 in Kraft getreten sind, gelten auch für 2024. Trotz der Möglichkeit des unbegrenzten Hinzuverdienstes muss der Hinzuverdienst versteuert werden.

Ist das Bürgergeld besser als Hartz IV?

Wird geladen ... Wird geladen ...