Jeder Zehnte auf Hartz IV angewiesen

Hartz IV: Jeder zehnte Bundesbürger betroffen

Zahl der Arbeitslosengeld II Bezieher im Jahr 2009 deutlich gestiegen. Knapp 8 Millionen Deutsche sind auf Hartz IV-Leistungen angewiesen.

Fast jeder zehnte Deutsche war im Jahr 2009 auf Hartz IV Leistungen und weitere Sozialleistungen angewiesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im vergangenen Jahr 9,5 Prozent der Deutschen auf existenzsichernde finanzielle Hilfen angewiesen, was einem Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 entspricht. Auch die Zahl der Hartz IV-Empfänger ist im Jahr 2009 um 1,9 Prozent auf 6,7 Millionen gestiegen.

Das Statistische Bundesamt hat die gesamten staatlichen Sozialleistungen genauer unter die Lupe genommen und kommt zu dem Ergebnis, dass rund jeder Zehnte zur Existenzsicherung auf finanzielle Hilfen des Staates angewiesen ist. Dabei beliefen sich die Sozialleistungen 2009 insgesamt auf rund 41,6 Milliarden Euro, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 3,1 Prozent entspricht. Neben den Zahlungen für das Arbeitslosengeld II (ALG II) sind in den Kosten beispielsweise auch die sogenannte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, die Hilfsleistungen für rund 121.000 Berechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und die Zahlungen für die Kriegsopferfürsorge enthalten. Allerdings bilden die Ausgaben für das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld im Jahr 2009 mit rund 35,9 Milliarden Euro die mit Abstand größte Position, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden. Insgesamt erhielten zum Stichtag am 31.12.2009 knapp 7,8 Millionen Menschen finanzielle Unterstützung aus den sozialen Mindestsicherungssysteme, wobei es im Vorjahr noch rund 200.000 Personen weniger waren.

Von den betroffenen Personen seien knapp drei Viertel (73 Prozent) erwerbsfähig gewesen und hätten Arbeitslosengeld II bezogen, erklärte das Statistische Bundesamt. 27 Prozent waren hingegen nicht erwerbsfähig und hätten daher Sozialgeld erhalten, wobei dies zum Großteil Kinder betraf, wie das Statistikamt in Wiesbaden mitteilte. Während die Hilfsleistungen insgesamt gestiegen sind, seien jedoch die Anzahl der Betroffenen und die Zahlungen im Bereich des Asylbewerberleistungsgesetzes seit 1997 kontinuierlich auf aktuell noch 600 Millionen Euro zurückgegangen, so die Aussage des Statistischen Bundesamtes. Ähnliches gilt für die staatlichen Ausgaben im Rahmen der Kriegsopferfürsorge, die im Jahr 2009 auf 500 Millionen Euro reduziert wurde. (fp, 09.12.2010)

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