Holland: Bedingungslos 1000 Euro ohne Sanktionen

In den Niederlanden wird erstmals das Bedingungslose Grundeinkommen auf Probe eingeführt

18.08.2015

Statt Hartz IV fordern viele Menschen ein sogenanntes bedingungsloses Grundeinkommen. Statt auf Repressionen und Drangsalierungen wird auf Freiwilligkeit und Engagement gesetzt. Eine Methode, die auch unter sozial Engagierte nicht nur Anhänger findet.

Die Niederlande ist dafür bekannt, wegweisend zu sein. Dort will man nun ein Feldexperiment in Sachen Grundeinkommen starten. Nicht in ganz Holland, aber in einigen Städten. Die Stadt Utrecht sowie deren Universität haben das interessante Projekt ins Leben gerufen. Neben Utrecht denken auch Maastricht und Groningen über eine zeitweise Beteiligung nach.

1000 Euro jeden Monat
In Utrecht werden 300 Menschen an dem Experiment teilnehmen. Alle Probanden bezogen bis dato Sozialhilfe. Nun werden ihnen 1000 Euro Grundeinkommen pro Monat zur Verfügung gestellt. Allerdings sind die Zugangsvoraussetzungen verschieden. Eine Gruppe muss gewisse Bedingungen erfüllen, während die Anderen das Geld ohne Bedingungen erhalten, selbst wenn sie einen Job finden sollten. Auch dann kann die zweite Gruppe 1000 Euro zusätzlich beziehen.

Die Forscher der Universität Utrecht wollen ermessen, ob Sanktionen, Drangsalierungen, Kontrolle und Demütigungen von Erwerbslosen tatsächlich notwendig sind, oder ob allein das Grundeinkommen motivierend genug ist einen Job zu finden, eine Umschulung bzw. Fortbildung zu starten.

Grundeinkommen für Alle
Die Theorie des bedingungslosen Grundeinkommens besagt jedoch, dass alle Menschen diese Leistungen beziehen können, selbst wenn sie auf keine Sozialleistungen wie Hartz IV angewiesen sind. Die Unterstützerliste für diese Idee ist lang. Allerdings sind auch die Bewegungsgründe hierfür verschieden. Während linke oder soziale Initiativen vor allem vom Zwang und der Armut wegkommen wollen, haben eher wirtschaftsliberale Kreise eine Vereinfachung des Systems im Blick. Vor allem bei letzteren würden Erwerbslose in Deutschland deutlich schlechter wegkommen, als bei Hartz IV. Denn von dem Grundeinkommen müssten Krankenversicherung, Miete, Nebenkosten und Schulbedarf, also einfach alles, selbst bezahlt werden. Es ist also Vorsicht geboten beim Thema Grundeinkommen. Nicht alles was glänzt, bedeutet auch gleichzeitig Fortschritt.

Gegner des Grundeinkommen führen vor allem an, dass das Bedingungslose dazu führen wird, dass die meisten Menschen nicht mehr arbeiten gehen werden. Doch laut einer Umfragestudie der „IMAS International“ sieht das eine Mehrheit der Deutschen anders. 70 Prozent der Befragten gaben an, trotz Grundeinkommen arbeiten gehen zu wollen. Andere würden weiterhin ihre Angehörigen pflegen, für die Kinder zuhause bleiben, sich sozial oder kulturell betätigen oder einfach nur faulenzen. Es bliebe also alles wie vorher, nur der Druck wäre weg und die Menschen wohl ein Stückweit freier. (sb)




Bild: Thomas Reimer - fotolia

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