Sperre beim Arbeitslosengeld – kann das Krankengeld retten?

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Krankengeld wird nicht nur in einem Arbeitsverhältnis ausgezahlt, sondern auch während der Arbeitslosigkeit. Gilt das auch, wenn Sie beim Arbeitslosengeld eine Sperre bekommen haben?

Krankengeld bei Arbeitslosigkeit

Wenn Sie arbeitslos werden, während Sie langfristig krank sind oder wenn Sie während der Erwerbsarbeit schwer erkranken, zahlt zuerst einmal der Arbeitgeber ihr Gehalt weiter – allerdings nur bis zu sechs Wochen.

Danach springt, wenn Sie krankenversichert sind, die Krankenkasse ein und zahlt Krankengeld. Dieses können Sie maximal 78 Wochen beziehen. Das Krankengeld läuft auch über das Ende des Arbeitsvertrages hinaus, wenn Sie in der Zwischenzeit arbeitslos werden.

Erkrankten Sie bereits vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses, dann erhalten Sie Krankengeld in der gleichen Höhe wie während der Erwerbsarbeit.

Was ist bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber?

Wenn ein Arbeitgeber Sie kündigt, weil er Sie als chronisch kranken Arbeitnehmer nicht weiter beschäftigen will, dann bekommen Sie von der Krankenkasse weiter das Krankengeld über die Kündigung hinaus.

Wie sieht es bei einer Eigenkündigung aus?

Wenn Sie selbst kündigen, dann können Sie ebenfalls weiter Krankengeld beziehen. Wichtig ist aber, dass Sie einen wichtigen Grund für die Kündigung nennen.

Was sind wichtige Gründe?

Ein wichtiger Grund beim Bezug von Krankengeld könnte sein, dass Ihr Arbeitgeber klar gestellt hat, Ihnen kündigen zu wollen (zum Beispiel wegen chronischer Erkrankung) und Sie dem zuvorkommen, weil ein Abwarten Ihnen objektive Nachteile erbracht hätte.

Ein weiterer wichtiger Grund, der bei einer langwierigen Erkrankung oft gegeben ist, ist eine Arbeitsaufgabe nach ärztlicher Beurteilung aus gesundheitlichen Gründen.

Das kann eine nachweislich unzumutbare Beeinträchtigung ihrer Gesundheit durch die konkrete Arbeit sein. Wesentlich sind hier ärztliche Atteste für die unmittelbare Zeit vor der Kündigung und eine fehlende Alternative, mit der sich Schäden vermeiden ließen.

Wiederholte verspätete, unzureichende oder fehlende Lohnzahlungen des Arbeitgebers, sexuelle Übergriffe, Beleidigungen und Diskriminierungen durch den Arbeitgeber, nachgewiesenes Mobbing durch Kollegen ohne Intervention des Arbeitgebers – all das sind wichtige Gründe für eine Eigenkündigung.

Was passiert bei einer Sperre?

Die Sperrfrist bis zu sechs Monaten wird gesetzt, wenn Arbeitnehmer die Erwerbslosigkeit selbst herbeiführten. Das gilt für eine Eigenkündigung ohne wichtigen Grund ebenso wie bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber wegen nachgewiesenen Fehlverhaltens. In dieser Zeit gibt es kein Arbeitslosengeld.

Gibt es in der Sperrzeit Krankengeld?

Für Krankengeld gilt das gleiche wie für das Arbeitslosengeld. Sie erhalten es nicht während der Sperrzeit. Das sagt die Vorschrift in Paragraf 49 Abs 1 Nr. 3b SGB V.

Verfällt das Krankengeld?

Genau wie das Arbeitslosengeld ruht das Krankengeld während der Sperrzeit, der Anspruch bleibt aber erhalten. Wenn ihre Erkrankung über die Sperrzeit hinaus anhält, dann können Sie Krankengeld erhalten. Das gilt übrigens auch, wenn wegen der Erkrankung kein Arbeitslosengeld mehr gezahlt wird.

Was ist mit der Krankenversicherungspflicht?

Wichtig: Das Ruhen des Krankengeldes bedeutet nicht, dass Sie in dieser Zeit keine Krankenversicherung hätten. Wenn die Agentur eine Sperre beim Arbeitslosengeld verhängt, dann bedeutet das auch, dass Sie den Antrag auf Arbeitslosigkeit vorher gestellt hatten. In diesem Fall beginnt die Krankenversicherungspflicht mit dem Tag, an dem das Arbeitslosengeld (auf das ein Anspruch besteht) ruht.

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