Schwerbehinderung: Grad der Behinderung 30 – Vorteile und Ausgleiche

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Der Grad der Behinderung (GdB) ist eine Maßeinheit, die angibt, wie stark eine Person durch eine Behinderung oder chronische Erkrankung beeinträchtigt ist.

Ein GdB von 30 bedeutet, dass die betroffene Person eine erhebliche Beeinträchtigung hat, die jedoch offiziell noch keine Schwerbehinderung darstellt.

Menschen mit einem GdB von 30 haben dennoch die Möglichkeit, eine Gleichstellung zu beantragen, um einige der Vorteile und Schutzmaßnahmen zu erhalten, die Schwerbehinderten zustehen.

Welche Vorteile gibt es mit einem GdB von 30?

Obwohl ein GdB von 30 rechtlich nicht als Schwerbehinderung gilt, können sich dennoch einige Vorteile ergeben.

Einer der möglichen Vorteile ist der Lohnkostenzuschuss, den Arbeitgeber für die Beschäftigung von Menschen mit einem GdB von 30 erhalten können.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Vergünstigungen und Ansprüche, die je nach individueller Situation und Region unterschiedlich sein können.

Wie hoch ist der Freibetrag bei 30 Prozent Behinderung?

Bei einem festgestellten GdB von 30 kann in der Steuererklärung ein Pauschbetrag geltend gemacht werden.

Laut § 33b Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) beträgt dieser Pauschbetrag 620 Euro. Dieser Freibetrag kann dazu beitragen, die finanziellen Belastungen, die durch die Behinderung entstehen, zu mindern.

Tabelle: Pauschbeträge nach Grad der Behinderung

Die Höhe des Pauschbetrags nach richtet sich nach dem Grad der Behinderung. Als Pauschbetrag werden gewährt bei einem Grad der Behinderung von mindestens:

   20 384 Euro,
   30 620 Euro,
   40 860 Euro,
   50 1 140 Euro,
   60 1 440 Euro,
   70 1 780 Euro,
   80 2 120 Euro,
   90 2 460 Euro,
 100 2 840 Euro.

Erhalte ich bei 30 Prozent Behinderung mehr Urlaub?

Ein Anspruch auf zusätzlichen Urlaub besteht erst ab einem GdB von 50. Daher erhalten Personen mit einem GdB von 30 keinen Zusatzurlaub.

Schwerbehinderte Arbeitnehmer haben bei einer 5-Tage-Woche Anspruch auf 5 zusätzliche Urlaubstage, dieser Vorteil gilt jedoch nicht für Personen mit einem GdB von 30.

Gleichstellung bei einem GdB von 30

Obwohl eine Schwerbehinderung erst ab einem GdB von 50 vorliegt, besteht die Möglichkeit, bei einem GdB von 30 eine Gleichstellung zu beantragen.

Diese Gleichstellung kann bei der Agentur für Arbeit beantragt werden und ist besonders dann erfolgversprechend, wenn die Behinderung den Arbeitsplatz gefährdet oder die Betroffenen Schwierigkeiten haben, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden.

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Welche Vorteile bringt die Gleichstellung?

Wird die Gleichstellung genehmigt, können Personen mit einem GdB von 30 einige der Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen, die Schwerbehinderten zustehen.

Ein wesentlicher Vorteil ist der besondere Kündigungsschutz. Bei einer Kündigung muss das Integrationsamt angehört werden, das versucht, den Erhalt des Beschäftigungsverhältnisses sicherzustellen.

Zusätzlich können durch die Gleichstellung Unterstützung bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes sowie Lohnkostenzuschüsse gewährt werden.

Diese Unterstützung umfasst die Kostenübernahme für spezielle Programme oder Hilfsmittel, die für die Ausübung der Arbeit notwendig sind.

Einschränkungen trotz Gleichstellung

Auch mit einer Gleichstellung bleiben einige Einschränkungen bestehen. Personen mit einem GdB von 30 erhalten keinen zusätzlichen Urlaub und haben keinen Anspruch auf kostenlose Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf vorzeitigen Renteneintritt. Diese Vergünstigungen sind ausschließlich Schwerbehinderten vorbehalten.

Meldung der Anerkennung beim Arbeitgeber

Grundsätzlich sind Betroffene nicht verpflichtet, die Anerkennung eines GdB von 30 ihrem Arbeitgeber zu melden.

Allerdings ist es in der Regel notwendig, den Arbeitgeber zu informieren, um am Arbeitsplatz von den möglichen Vorteilen und Schutzmaßnahmen profitieren zu können.

Es empfiehlt sich, offen mit dem Arbeitgeber zu kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden und die bestmögliche Unterstützung zu erhalten.

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Ergebnis: Einige Ausgleiche aber wesentlich weniger als bei einem GdB ab 50

Ein Grad der Behinderung von 30 bringt einige Vorteile und Ausgleiche, die das Arbeitsleben und den Alltag erleichtern können. Die Möglichkeit der Gleichstellung eröffnet zusätzliche Schutzmaßnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten, die dazu beitragen, die berufliche Integration und den Erhalt des Arbeitsplatzes zu sichern.