Kündigung: So hoch sollte mindestens deine Abfindung sein

Wenn das Arbeitsverhältnis seitens des Arbeitgebers gekündigt wird, haben Betroffene oftmals einen Anspruch auf eine Abfindung. In anderen Fällen bieten Arbeitgeber von sich aus eine Ausgleichszahlung an, um eine mögliche Kündigungsschutzklage zu umgehen. In beiden Fällen sollten Arbeitnehmer wissen, was ihnen zusteht.

Gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung

Eine Abfindung stellt eine Ausgleichszahlung für den Verlust des Arbeitsplatzes dar. Es ist eine Einmalzahlung seitens des Arbeitgebers, die aus verschiedenen Gründen gezahlt wird. Eine gesetzlichen Anspruch haben Gekündigte, wenn sie aus folgenden Gründen entlassen werden:

  • Betriebsänderung ohne Anstreben eines Interessenausgleich mit dem Betriebsrat
  • betriebsbedingte Kündigung (§ 1a Kündigungsschutzgesetz (KSchG)
  • wenn das Arbeitsgericht erkennt, dass die Kündigung des Arbeitnehmers nicht zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses geführt hat, die Weiterbeschäftigung für den Arbeitnehmer jedoch nicht zumutbar wäre (§ 9 KSchG)
  • Kündigung bei Vorliegen eines Sozialplans
  • wenn eine Abfindung anhand eines Tarifvertrags oder des Arbeitsvertrages hervorgeht
  • wenn die Kündigung im Allgemeinen gegen das Kündigungsschutzgesetz verstößt

Achtung: Zu beachten ist, dass nach Zustellung nur eine sehr kurze Frist von 3 Wochen gilt, um mit Hilfe einer Kündigungsschutzklage eine Abfindung zu erwirken.

Abfindungssummen sind nicht immer gleich

Die Summe der Abfindung ist dabei nicht immer gleich, sondern richtet sich auch nach der Art der Kündigung.

Abfindung bei einer betriebsbedingten Kündigung

Wenn es sich um eine betriebsbedingte Kündigung handelt, wird die Abfindung anhand der Regelabfindung berechnet. Dabei können Betroffene folgende Formel anwenden:

Monatsgehalt (brutto) x 0,5 x Länge der Betriebszugehörigkeit 

Wurde die Kündigung mitten im laufenden Jahr ausgesprochen, wird nach dem sechsten Monat der Betriebszugehörigkeit auf ein volles Jahr aufgerechnet.

Zwar ist der Gekündigte nicht zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen verpflichtet, allerdings wird auf die Einmalzahlung Einkommenssteuer fällig.

Bei den Einkommenssteuern kann allerdings gespart werden. Wie das genau funktioniert, haben wir zum Beispiel hier ausführlich beschrieben.

Abfindung bei einer Betriebsänderung

Wurde die Kündigung aufgrund einer Betriebsänderung ausgesprochen und hat der Arbeitgeber icht die Bestimmungen des Betriebsverfassungsgesetzes beachtet, kann unter Umständen ebenfalls ein Abfindungsanspruch entstehen.

In solchen Fällen wird durch das Arbeitsgericht die Abfindungshöhe ermittelt. Hier wird zum Beispiel das Alter des Arbeitnehmers sowie die Betriebszugehörigkeit mit berechnet. Es können durchaus Abfindungssummen erzielt werden, die den Wert von 18 brutto Monatsgehältern erreicht. Die Arbeitsgerichte wenden meist diese Formel an:

Nachteilsausgleich-Abfindung = Alter x Betriebszugehörigkeit x spezifische Faktoren

Abfindung bei Kündigung im Rahmen eines Sozialplans

Wurde der Arbeitnehmer im Rahmen eines Sozialplans gekündigt, einigen sich der Betriebsrat und der Arbeitgeber in Schriftform im Rahmen des Betriebsverfassungsgesetzes (§112) über die Höhe der Abfindung. Dabei wird der finanzielle Schaden durch die Kündigung für den Gekündigten berücksichtigt. Die Berechnungsformel für die Abfindung findet dann meist so statt:

Sozialplanabfindung = Grundbetrag + Aufstockungsbetrag + Sozialbetrag

Berücksichtigung finden dann auch persönliche Umstände wie Schwerbehinderung oder auch unterhaltspflichtige Kinder.

Abfindungen nie gleich und feststehend

In der Regel ist die Abfindungssumme nie feststehend und auch verhandelbar. Da die meisten Arbeitnehmer nicht über genügend Fachkenntnisse besitzen, empfiehlt es sich immer eine versierten Fachanwalt für Arbeitsrecht zu Rate zu ziehen.

Bevor also auch ein Angebot seitens des Arbeitgebers im Rahmen eines Aufhebungsvertrages unterzeichnet wird, sollte zunächst die Abfindungssumme sowie alle weiteren Faktoren geprüft sein, um nicht einen finanziellen Schaden zu erleiden.

Online Abfindung berechnen

Einen kostenfreien Abfindungsrechner bietet beispielsweise die auf Arbeitnehmerrechte spezialisierte Kanzleiseite “Arbeitnehmer.Support”. Hier kann mit Hilfe eines Online-Rechners die mögliche Abfindung berechnet werden. 

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