Kündigung: Abfindung erwirken auch bei einem Minijob?

Wurde ein Minijob seitens des Arbeitgebers gekündigt, kann auch hier unter Umständen eine Abfindung erwirkt werden. Was viele Arbeitnehmer nicht wissen: Auch bei Minijos greift das Arbeitsrecht und der gesetzliche Kündigungsschutz. Über dieses Thema berichtet der auf Arbeitsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Christian Lange.

Ein besonderer Kündigungsschutz besteht besonders für

  • Bei Schwangerschaft
  • Auszubildende
  • Beschäftigte in Elternteilzeit
  • Arbeitnehmer die schwerbehindert sind

Für diese genannten Beschäftigten besteht entweder ein Kündigungsverbot oder eine Kündigung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die ein spezialisierter Anwalt prüfen sollte.

Aber auch bei Arbeitnehmern, die nicht zu den genannten Gruppen gehören, greift in bestimmten Konstellationen der Kündigungsschutz.

Betrieb sollte mehr als 10 Mitarbeiter haben

In dem Betrieb, in dem Sie arbeiten, arbeiten mehr als 10 Beschäftigte § 23 Abs. 1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Als Minijobber muss man zudem mehr als sechs Monate in dem selben Betrieb beschäftigt (§ 1 Abs. 1 KSchG) gewesen sein. Dann greift das Kündigungsschutzgesetz.

In Betrieben mit mehr als zehn vollen Stellen gilt selbstverständlich das Kündigungsschutzgesetz für Arbeitnehmer, die dort länger als sechs Monate beschäftigt sind!“, sagt Lange, Experte für Arbeitsrecht von Arbeitnehmer.Support.

Sind diese genannten Vorraussetzungen nicht erfüllt, greift leider der Kündigungsschutz nicht. Das heißt, nur in sehr seltenen Konstellationen kann eine Kündigungsschutzklage tatsächlich einreicht werden.

“Auch ohne Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes sind Arbeitnehmer nicht wehrlos”, betont Rechtsanwalt Christian Lange aus Hannover.  Denn auch für Minijobber und regulären Arbeitnehmer gelten üblicherweise arbeitsrechtliche Grundsätze bei Kündigungen.

Eine Kündigung darf nämlich nicht treuwidrige, sittenwidrig, diskriminierend oder gegen das Maßregelungsverbot verstoßen.

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Kündigungsgrund muss nachgewiesen sein

Arbeitgeber müssen also glaubhaft begründen können, warum eine betriebsbedingte Kündigung erfolgen soll. „Die Betriebe müssen nachweisen, dass es sich bei dem eingebrochenen Umsatz beispielsweise wegen Liefer- und Produktionsengpässen um dauerhafte Probleme handelt, die auch nach der jetzigen Krise bestehen bleiben.

Auch wer wegen einer ärztlichen Untersuchung oder aus Vorsorge in Quarantäne muss, braucht sich keine Sorgen zu machen. „Quarantäne ist kein Grund für eine Kündigung.

Allerdings dürfen Arbeitnehmer nicht einfach aus Angst vor einer Infektion zuhause bleiben, wenn in ihrem Betrieb kein Home-Office möglich ist – das wäre Arbeitsverweigerung“, betont Altug.

Eine ordentliche Kündigung darf der Arbeitgeber nur unter Einhaltung der gesetzlichen oder tarifvertraglich vereinbarten Kündigungsfristen mit entsprechender Begründung aussprechen.

Kündigungsfrist bei Minijobs abhängig von Beschäftigungsdauer

Die Länge der Kündigungsfrist hängt von der Dauer der Beschäftigung des Minijobs. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt in der Regel vier Wochen.

Die Kündigungsfrist gilt,
– 2 Jahre: 1 Monat
– 5 Jahre: 2 Monate
– 8 Jahre: 3 Monate

Aber Achtung: In Tarifverträgen können auch längere oder kürzere Kündigungsfristen für Minijobs gelten.

Eine Kündigung ist nur dann wirksam, wenn diese sozial gerechtfertigt ist. Kündigungen können gelten, wenn der Kündigungsgrund in der Person selbst liegt, im Verhalten oder aus betrieblichen Gründen erforderlich ist.

Befristung des Minijobs

Auch Minijobs können befristet sein. Wenn die festgelegte Zeit im Vertrag abläuft, endet der Arbeitsvertrag. Aber auch bei befristeten Arbeitsverträgen gilt das Kündigungsrecht. Wurde das Arbeitsverhältnis vorzeitig seitens des Arbeitgebers gekündigt, sollte die Kündigung durch einen Anwalt geprüft werden.

Im Ergebnis gilt das Arbeitsrecht bei Minijobs genauso wie für regulär Beschäftigte. Ein besonderer Kündigungsschutz besteht bei Schwangerschaft, Schwerbehinderung und nach dem Kündigungsschutzgesetz, sofern die Voraussetzungen wie genannt vorliegen.

Wurde eine Kündigung ausgesprichen, sollte mit Hilfe eines Anwalts innerhalb der ersten drei Wochen eine Kündigungsschutzklage eingereicht werden, weil ansonsten die Kündigung rechtswirksam wird. Eine Abfindung ist zwar kein Rechtsanspruch, kann aber meistens auch bei Minijobs ausgehandelt werden.

Prüfen einer Kündigungsschutzklage

Die Chancen für eine erfolgreiche Kündigungsschutzklage stehen auch bei Minijobs gut. Viele Arbeitgeber begehen Fehler bei der Aussprache einer Kündigung, womit die Kündigung ihre Wirksamkeit verliert. Beispielsweise bei “Arbeitnehmer.Support” kann kostenfrei ein Anspruch durch einen Anwalt geprüft werden.

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