Früher Feierabend, statt Pause – Droht die Kündigung?

Nach der Arbeit früher nach Hause, um das schöne Wetter zu genießen oder wichtige Einkäufe zu erledigen, Kinder oder Eltern abzuholen oder zum Arzt zu bringen – einfach die Mittagspause durcharbeiten und früher gehen. Geht das? Oder droht sogar die Kündigung?

Arbeitszeitpausen sind gesetzlich vorgeschrieben

Das Arbeitsrecht sieht gesetzliche Pausen zum Schutz der Arbeitnehmer vor. Wer am Stück mehr als sechs und bis zu neun Stunden arbeitet, hat Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause.

Wer länger als neun Stunden am Stück arbeitet, hat Anspruch auf mindestens 45 Minuten Pause. Das Gesetz sieht vor, dass niemand länger als sechs Stunden ohne Pause arbeiten darf.

Diese Pausezeiten können durch den Arbeitgeber ausgeweitet werden, zählen aber nie als Arbeitszeit. Wie diese Pausen von den Arbeitnehmern genutzt werden, darauf hat der Arbeitgeber jedoch keinen Einfluss. Außerdem gibt es zu der allgemeinen Regelung unter Umständen einige Ausnahmen, beispielsweise im öffentlichen Dienst, medizinischer oder Altenversorgung und der Schifffahrt.

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Droht die Kündigung, wenn ich statt der vorgesehenen Pause früher gehe?

Unter Umständen schon. Die genaue Handhabung der Pausenzeiten und des Umgangs mit flexiblen Arbeitszeiten ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich.

Da die Pausen aber gesetzlich vorgesehen sind, kann ein Arbeitnehmer, der diese nicht einhält, sogar mit einem Bußgeld belegt werden. Wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer loswerden will und flexible Lösungen im Arbeitsvertrag nicht vorgesehen sind, kann dies auch ein Grund zur Kündigung sein.

Abfindungsanspruch bei Kündigung prüfen lassen

Wenn Sie aus diesem oder einem anderen Grund gekündigt wurden, sollten Sie sich umgehend an einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden! Viele Kündigungen sind aber aus formalen Gründen rechtswidrig und haben keinen Bestand, außerdem muss eine Kündigung immer begründet sein. Eine etwaige Kündigungsschutzklage muss innerhalb von 14 Tagen eingereicht werden.

Die Anwälte von Arbeitnehmer.Support bieten eine kostenlose Erstberatung und helfen Betroffenen schnell und unkompliziert. Wenn die Kündigung fehlerhaft oder unbegründet ist, können Sie so Ihre Arbeit behalten oder eine Abfindung erstreiten. Beitragsbild: ace / stock.Adobe.com

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