Richtiger Zeitpunkt für die Rente bei Schwerbehinderung ist wichtig

Lesedauer 2 Minuten

Ein Schwerbehindertenausweis wird nur für eine bestimmte Zeit ausgestellt. Was passiert, wenn eine Verlängerung Ihres Ausweises abgelehnt wird, Sie aber bereits die vorzeitige Rente für schwerbehinderte Menschen beziehen? Wird dann auch die Rente gestrichen?

Kein Schwerbehindertenausweis ohne Schwerbehinderung

Einen Schwerbehindertenausweis können Sie beim zuständigen Landesamt für soziale Dienste beantragen.

Voraussetzung ist ein Grad der Behinderung ab 50. Erst dann gelten Sie als schwerbehindert und haben einen Anspruch auf den dazu gehörigen Ausweis und die damit verbundenen Nachteilsausgleiche.

Anspruch auf Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Die Deutsche Rentenversicherung zahlt die Altersrente für schwerbehinderte Menschen für Versicherte, die mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen können und bei Rentenenitritt schwerbehindert sind.

Der Nachteilsausgleich der Altersrente für schwerbehinderte Menschen besteht darin, dass die Betroffenen zwei Jahre früher in Rente gehen können als Versicherte ohne Schwerbehinderung.

Lesen Sie auch:
Schwerbehinderung: Recht auf Urlaubszuschuss in diesen Fällen – Urteil

Der Zeitpunkt ist entscheidend

Entscheidend ist, dass die Schwerbehinderung zum Zeitpunkt des Renteneintritts vorliegt. Ist bei Ihnen also eine Schwerbehinderung registriert, wenn Sie am 1. Juli 2024 in die Altersrente für schwerbehinderte Menschen eintreten könnten, dann bekommen Sie diese Rente.

Hatten Sie aber einen Status als schwerbehindert, und dieser wurde zum Beispiel eineinhalb Jahre vor dem Beginn der Altersrente für schwerbehinderte Menschen herabgestuft auf einen Grad der Behinderung von 30? Dann müssen Sie zwei Jahre weiter arbeiten, bis die reguläre Altersrente beginnt.

Die Gleichstellung zählt nicht

Menschen, die einen Grad der Behinderung von 30 oder 40 haben, gelten nicht als schwerbehindert. Sie können aber am Arbeitsplatz oder in anderen Bereichen mit Schwerbehinderten gleichgesetzt werden, wenn der Nachweis erbracht ist, dass sie dort vergleichbare Einschränkungen haben.

Diese Gleichstellung spielt aber keine Rolle bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Hier muss zu Rentenbeginn ein Status als schwerbehindert vorliegen. Das bedeutet klipp und klar: Ohne Grad der Behinderung von mindestens 50 gibt es keine entsprechende Rente.

Wie kann ein Grad der Behinderung sinken?

Wie kann es geschehen, dass ein anerkannter Grad der Behinderung von 50, sogar 80 oder 100 bei einer Nachprüfung auf 40 oder 30 fällt, und die Betroffenen somit nicht mehr als schwerbehindert gelten? Bei manchen Erkrankungen sind Heilungen und Verbesserungen möglich, und dann fallen entsprechende Einschränkungen weg.

Um welche Krankheiten handelt es sich?

Das kann zum Beispiel der Fall sein bei Krebserkrankungen, psychischen Leiden wie Depressionen, aber auch bei neurologischen Krankheiten wie Migräne oder Epilepsie.

Hier gilt die sogenannte Heilungsgewährung, und dann gilt der Status als Schwerbehinderter nur fünf Jahre. In jedem Fall steht nach diesen fünf Jahren eine Nachprüfung an.

Ist der Krebs verschwunden, sind die Migräneanfälle seltener und milder geworden? Dann gibt es keinen Schwerbehindertenausweis mehr – und keine entsprechende Rente.

Die Schonfrist kann die Rente retten

Allerdings kommt es auf den genauen Zeitpunkt an. Wenn die Nachprüfung ergibt, dass sie nicht mehr schwerbehindert sind, dann gilt eine dreimonatige Schonfrist.

In dieser Übergangszeit haben Sie immer noch den Status schwerbehindert. Fällt ihre Renteintritt in die Altersrente für schwerbehinderte Menschen in genau diese Phase, dann haben Sie Glück und können ohne Abzüge zwei Jahre vorzeitig in den Ruhestand gehen.

Die Rente ist nicht im Nachhinein aufhebbar

Was ist aber, wenn ihr Status als Schwerbehinderter aufgehoben wird, nachdem Sie bereits die Altersrente für schwerbehinderte Menschen beziehen?

Mit dem Schwerbehindertenausweis fallen dann zwar viele Nachteilsausgleiche weg, die Rente bleibt aber. Wer einmal diese Rente bezieht, der oder die behält sie weiterhin.