Aufhebungsvertrag: So versuchen Arbeitgeber Sie günstig loszuwerden

Arbeitnehmer erhoffen sich oft einen Aufhebungsvertrag, anstatt einer Kündigung von ihrem Arbeitgeber, da sie sich eine vielversprechende Abfindung erhoffen.

Aber Achtung: Ein Aufhebungsvertrag ist die einfachste und oft günstigste Möglichkeit für Arbeitgeber, Angestellte loszuwerden. Darum sollten Arbeitnehmer ganz genau hinschauen und sich anwaltlich beraten lassen. Wir haben dazu mit Rechtsanwalt Cem Altug gesprochen.

Abfindung statt Kündigung klingt vielversprechend

Ein Aufhebungsvertrag mit Abfindung an Stelle einer Kündigung klingt erst einmal vielversprechend. Doch für Arbeitnehmer ist Vorsicht geboten.

Ein Aufhebungsvertrag ist nämlich der einfachste Weg für den Arbeitgeber, einen Arbeitnehmer loszuwerden. Und der günstigste. Denn eine Kündigung muss spezifische Gründe haben und formgerecht erfolgen. Daran scheitern viele Arbeitgeber.

“Daher ist eine freiwillige Aufgabe des Arbeitsplatzes durch die Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrages durch den Arbeitnehmer, die glimpflichste Lösung für den Chef”, bestätigt Altug. Außerdem ist die angebotene Abfindung in der Regel “immer eine Ersparnis für den Arbeitgeber, der dadurch bspw. Solzialabgaben spart.”

Arbeitnehmer sollten darum immer vorsichtig sein, wenn ihnen ihr Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag anbietet, und, am Besten nach anwaltlicher Beratung, nachverhandeln oder den Aufhebungsvertrag ablehnen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und Mobbing oder fristloser Kündigung drohen.

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Gekündigt worden? So erhalten Sie eine Abfindung

Anders sieht es aus, wenn es darum geht, anstatt einer unrechtmäßigen Kündigung eine Abfindung zugunsten des Arbeitnehmers zu erzielen. “Wenn Sie eine Kündigung erhalten, gilt es, schnell zu handeln, denn eine mögliche Kündigungsschutzklage kann nur innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung erfolgen”, mahnt der Anwalt.

Lassen Sie sich daher dringend von einem Anwalt beraten. Die Rechtsanwälte von Arbeitnehmer.Support bieten zum Beispiel eine kostenfreie Erstberatung ohne Anwaltskauderwelsch genau zu diesem Zweck und besprechen mit Ihnen alle Optionen. Einen Online-Abfindungsrechner finden Sie hier.

Auch bei einer Kündigungsschutzklage wird es in den meisten Fällen darum gehen, vor Abschluss des Gerichtsverfahrens zu einer Einigung, sprich: einem Aufhebungsvertrag mit Abfindung zu kommen.

Abfindung meist höher, wenn Druck erzeugt wird

Doch diese Abfindung wird deutlich höher ausfallen, weil der Arbeitgeber Gerichts- und Verfahrenskosten und Lohnabgaben während eines langwierigen Verfahrens vermeiden will. Beachten Sie jedoch, dass die Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags zu Sperrzeiten beim Arbeitslosengeldanspruch führen kann. Beitragsbild: simoneminth / stock.adobe.com

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