Hartz IV-Auszahlungskalender für ALG II 2019

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Am Ende des Monats ist das Geld knapp. Wenn dann noch ein Wochenende oder ein Feiertag zwischen Monatsende und Anfang liegen, kann es passieren, dass plötzlich Geld fehlt. Damit Sie sich besser vorbereiten können, haben wir hier eine Auflistung der Auszahlungstermine für das Arbeitslosengeld II für das Jahr 2019 zusammengestellt.

Wann sind die Auszahlungstermine für ALG II?

Zu beachten ist, dass Arbeitslosengeld II immer im Voraus ausgezahlt wird. Das Jobcenter muss dem Leistungsberechtigten daher am Monatsersten das Arbeitslosengeld II zur Verfügung stellen. Ende Januar gibt es also das Geld für Februar, Ende Februar das Geld für März und so weiter. Damit ergeben sich für das Jahr 2019 folgende Auszahlungstermine für Hartz 4:

ALG 2-Auszahlungskalender 2019

für Januar: 31.12.2018 Montag
für Februar: 31.01.2019 Donnerstag
für März: 28.02.2019 Donnerstag
für April: 29.03.2019 Freitag
für Mai: 30.04.2019 Dienstag
für Juni: 31.05.2019 Freitag
für Juli: 28.06.2019 Freitag
für August: 31.07.2019 Mittwoch
für September: 30.08.2019 Freitag
für Oktober: 30.09.2019 Montag
für November: 31.10.2019 Donnerstag*
für Dezember: 29.11.2019 Freitag
für Januar 2020: 31.12.2019 Dienstag

*Reformationstag in einigen BL, dort Auszahlung schon am Mittwoch, 30.10.2019

Was tun, wenn die ALG 2-Auszahlung auf sich warten lässt?

Sollte das Geld am Termin nicht gebucht sein, ist der erste Schritt Abwarten. Prüfen Sie einfach am nächsten Werktag nochmals die Kontoauszüge. Dann besprechen Sie am besten mit dem Jobcenter, wo das Problem liegen kann.

Der Grund, dass Sie das Geld noch nicht erhalten haben, kann auch bei der Bank liegen. Deswegen sollten Sie im nächsten Schritt zur Bank gehen. Fragen Sie auch dort, wann das Jobcenter das Geld zur Gutschrift (Valuta) anweist. Die meisten Banken haben mehrere Buchungsläufe am Tag. So kann es zustande kommen, dass bei einer Person das Geld schon morgens auf dem Konto ist und bei einer anderen erst nach dem Mittag etc.

Warum habe ich am Hartz 4-Auszahlungstermin kein Geld bekommen?

Wenn es weder beim beim Jobcenter noch bei der Bank Verzögerungen bei der Auszahlung gibt, müssen Sie tiefer in die Fehlersuche einsteigen. Schauen Sie auf Ihrem Bescheid, ob nicht aus Versehen der Bewilligungszeitraum abgelaufen ist. Es kann sein, dass Sie kein Geld bekommen, weil Sie den Weiterbewilligungsantrag (WBA) nicht rechtzeitig gestellt haben.

Mögliche Gründe für ausbleibende Hartz 4-Zahlungen

Jeder Fall ist ein Einzelfall, deswegen hat es auch immer individuelle Gründe, warum Zahlungen zu spät kommen oder gar nicht kommen. Pauschale Aussagen kann man dazu nicht treffen. Mögliche Fehlerquellen sind:

  • vergessene Zahlungsanweisungen
  • vergessene WBAs
  • noch nicht bearbeitete Anträge
  • Buchungsfehler
  • falsch eingegebene Bankdaten
  • fehlerhafte BG-Nummern, so dass Zahlungen anderen BGs zugeordnet wurden
  • gestoppte Zahlungen, weil irgendwas in Klärung ist
  • gestoppte Zahlungen wegen laufender Widersprüche
  • noch nicht freigegebene Zahlungen
  • falsche Buchungsdaten
  • und einhundert andere Gründe

Woher weiß ich, wie viel Geld ich bekomme?

Grundsätzlich bekommen Sie Geld zum Wohnen und Geld zum Leben entsprechend dem Regelsatz (Verlinkung zum Grundsatzartikel Ab 1.6.2019 startet das solidarische Grundeinkommen), der für Sie gilt.

Wie viel Geld Ihnen das Jobcenter bewilligt und wie viel Geld auf Ihrem Konto landet, sind leider zwei Paar Schuhe. Beides ist einzeln in Ihrem Bescheid aufgeführt, lesen Sie den Bescheid also gründlich. Sind dort verschiedene Zahlungsempfänger aufgelistet, geht nicht das ganze Geld an Sie. Das kann zum Beispiel so sein, wenn das Jobcenter Ihre Miete direkt an den Vermieter zahlt oder wenn Ihr Abschlag für Strom direkt an den Energieversorger überwiesen wird.

Ein weiterer Grund kann die Rückzahlung von Schulden ans Jobcenter sein, bei der ein Anteil von Ihrer Regelleistung einbehalten wird. Sollte das bei Ihnen der Fall sein, informieren Sie sich unbedingt über Ihre Rechte als Hartz 4-Betroffener.

Wie wird Hartz IV überwiesen?

Normalerweise wird Ihnen die ganze Leistung (oder eben der Anteil, der direkt an Sie gezahlt wird), in einem Betrag von der Bundesagentur für Arbeit auf Ihr Konto überwiesen. Meistens finden Sie Ihre BG-Nummer versteckt in einer Kolonne aus anderen Kennziffern im Verwendungszweck.

Vorsicht Kostenfalle: Hartz IV-Auszahlung in bar oder per Scheck

Die Überweisung aufs Girokonto ist in aller Regel für Sie und auch fürs Jobcenter die bequemste Zahlungsmethode. Sollte eine Überweisung aber nicht möglich sein, können Sie sich Ihre Leistung auch bar auszahlen lassen. Manche Jobcenter haben Kassenautomaten, an denen Sie sich mit einer Kassenkarte Leistungen von bis zu 1.000 EUR auszahlen lassen können.

Diese Kassenkarten bekommen Sie in der Leistungsabteilung, nachdem man dort Ihre Identität geprüft und geklärt hat, dass Sie Ihr Geld in bar brauchen. Dort kann auch ein Barscheck ausgestellt werden, den Sie bei der Postbank einlösen können. Wurde der Scheck nach 14:00 Uhr ausgestellt, müssen Sie sich dafür bis zum nächsten Tag gedulden. Mehr als 1.000 EUR bekommen Sie allerdings auch mit einem Barscheck nicht.

Für diese Möglichkeiten der Auszahlung fallen in den meisten Fällen Gebühren an. Das Jobcenter selbst verlangt für Barauszahlungen oder die Erstellung von Barschecks 2,85 EUR, es sei denn man kann nachweisen, dass man sich kein Konto anlegen lassen kann. Dazu kommen dann beim Einlösen von Barschecks noch Gebühren der Postbank zwischen 3,50 EUR und 7,50 EUR je nach Auszahlungsbetrag.

Wie werden Änderungen oder neue Mehrbedarfe innerhalb eines Monats bei der Auszahlung berücksichtigt?

Wenn ein Mehrbedarf im Laufe eines Monats eintritt, bekommen Sie das zusätzliche Geld dafür anteilig. Beginnt Ihre 13. Schwangerschaftswoche beispielsweise am 17. eines Monats, bekommen Sie für den Monat ungefähr die Hälfte des Mehrbedarfs für Schwangere ausgezahlt, ab dem Folgemonat dann den gesamten Mehrbedarf.

Wenn Mehrbedarfe nicht für einen ganzen Monat bestehen, werden sie tageweise berechnet. Für jeden Tag, an dem der Mehrbedarf besteht, bekommt man 1/30 des monatlichen Mehrbedarfs. Dabei ist es egal, wie viele Tage der Monat tatsächlich hat.

Wenn Sie also an 2 Tagen im Februar Anspruch auf einen Mehrbedarf haben, bekommen Sie 2/30 des monatlichen Mehrbedarfs ausgezahlt, auch wenn der Anspruch an 2/28 der Tage im Februar bestanden hat. Statt 7,1 % des Mehrbedarfs bekommen Sie dann nur 6,6 %. In Monaten mit 31 Tagen wirkt sich diese Verschiebung dann zu Ihren Gunsten aus. Weil die Mehrbedarfe selbst in der Regel aber nur einige Prozentpunkte betragen und wiederum davon die Verschiebung nur anteilig ist, dürfte diese rechnerische Ungerechtigkeit für die meisten Hartz 4-Betroffenen kaum ins Gewicht fallen.

 

Quelle:

Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II):