DGB: Jeder achte wurde 2009 arbeitslos

Jeder achte in Bochum wurde 2009 arbeitslos. Viele rutschten in die Hartz-IV Falle.

(14.05.2010) Laut Angaben des DGB Bochum wurden im Jahr 2009 etwa 15.200 Menschen arbeitslos. Damit verlor jeder achte im letzten Jahr seinen Job. Doch rund 13.000 haben durch hohe Fluktuation am Arbeitsmarkt auch wieder eine neue Arbeit gefunden. "Während die einen arbeitslos werden, finden andere zum Teil auch in der Krise noch einen neuen Job", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Hermund und fügte hinzu dass jedoch durch die hohe Fluktation das Risiko Entlassen zu werden weithaus höher geworden ist.

Es ist jedoch erschreckend, wie viele neue Erwerbslose direkt ins Hartz IV-System abrutschen, sagte der DGB Chef. "Bereits ein Viertel derjenigen, die aus sozialversicherter Beschäftigung arbeitslos werden, geraten in die Hartz IV-Falle. Obwohl sie zuvor Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben, erhalten sie keine oder eine so niedrige Unterstützungsleistung der Arbeitslosenversicherung, dass sie verarmen und auf staatliche Fürsorge angewiesen sind."

Um das Armutsrisiko zu vermindern, fordert der DGB die Arbeitslosenversicherung auszuweiten. "Um das Verarmungsrisiko von Arbeitslosen zu verringern, sollten sie bereits dann Leistungen der Arbeitslosenversicherung erhalten, wenn sie in den letzten drei Jahren vor der Arbeitslosigkeit mindestens ein Jahr sozialversichert beschäftigt waren". Bislang werden nur die Zeiten der letzten zwei Jahre berücksichtigt. Der DGB plädiere dafür ein befristetes Überbrückungsgeld von einem Jahr für alle Arbeitslosengeld Bezieher, die in der aktuellen Krise unverschuldet arbeitslos geworden sind, einzuführen. Es soll damit das Abrutschen in die Hartz-IV Falle verhindert werden. (sb)

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