Urlaubshilfen für Hartz IV-Familien

Linke und Paritätischer Wohlfahrtsverband wollen armen Kinder und Erwachsenen Urlaub ermöglichen

11.08.2014

Nach den Sommerferien wird die Schere zwischen Arm und Reich in den Schulen besonders deutlich: Während die einen von tollen Urlaubsreisen berichten, haben Kinder aus sozial schwachen Familien meist nicht viel Aufregendes von den Ferien zu berichten. Familien, die nicht genug Geld haben, um den Kindern dringend benötigte Sandalen für den Sommer zu kaufen, brauchen an Urlaubsreisen gar nicht erst zu denken. Arme sind beim Thema Urlaub abgehängt. Das ist besonders für Kinder schlimm, denn ihnen wird die Erfahrung vorenthalten, Neues zu entdecken und andere Kulturkreise kennenzulernen. Die Linkspartei und der Paritätische Gesamtverband fordern deshalb Urlaubshilfen für sozial schwache Familien.

Paritätischer Gesamtverband: Kein „Gutscheinmurks“ wie beim Bildungs- und Teilhabepaket
„Alle Menschen mit niedrigen Einkommen, also Sozialleistungs- und Wohngeld-Berechtigte, sollten Gutscheine erhalten, die sie für Urlaubsreisen einlösen können: entweder in Jugendherbergen, bei der Bahn für Fahrkarten oder im Reisebüro“, erklärte Katja Kipping, Vorsitzende der Linkspartei, gegenüber der Zeitung „Welt am Sonntag“. Kinder sollten demnach die Möglichkeit bekommen, mit den Gutscheinen zwei Wochen lang kostenlos Urlaub in einem Ferienlager oder bei Ferienfreizeiten zu machen. Mit ihrer Grundidee trifft Kipping auf breite Unterstützung von den Grünen und der Union.

Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Marcus Weinberg (CDU), lehnte Kippings Gutschein-Lösung für die Urlaubshilfen als „sozialistische Einheitsbeglückung durch den Staat“ im Gespräch mit der Zeitung jedoch ab. „Statt pauschalem Urlaubskollektivismus brauchen wir abgestufte Unterstützungs- und Förderangebote für Familien in schwierigen Situationen“, erklärte er. Grundsätzlich sei es aber wichtig, „dass gerade Kinder aus sozial und finanziell schwachen Familien ausreichend Erholung auch von ihrem schwierigen Lebensumfeld bekommen“.

Grüne: Hartz IV-Regelsatz für Kinder deutlich erhöhen
Den Grünen geht Kippings Gutschein-Vorschlag nicht weit genug. Sie fordern ein Gesamtkonzept.
„Es ist eine Gerechtigkeitsfrage, dass auch Kinder aus armen Familien mal rauskommen, neue Erfahrungen machen, etwas Neues erleben“, so die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Katja Dörner gegenüber der Zeitung. „Wir brauchen jedoch kein Klein-Klein, sondern ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Bekämpfung von Kinderarmut.“ Das beinhalte zunächst eine deutliche Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder.

Auch der Paritätische Gesamtverband fordert finanzielle Urlaubshilfen für sozial benachteiligte Kinder und Erwachsene. Gutscheine lehne der Sozialverband jedoch aufgrund der negativen Erfahrungen mit dem „Gutscheinmurks“, wie es ihn beim Bildungs- und Teilhabepaket gegeben habe, ab, erklärte der Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider gegenüber der Zeitung. „Es muss vor Ort geregelt werden, wie die Förderung passiert. Jugendverbände haben hier eine Schlüsselrolle einzunehmen.“ An den Freizeitfahrten und Ferienreisen, die von Jugendverbänden angeboten würden, müssten alle Kinder teilhaben können, unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. (ag)




Bild: Souza/Pixelio.de

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