Kluft zwischen Arm und Reich rasant gestiegen

DIW Studie: Die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer Reichen. Die Mittelschicht schrumpft immer weiter. Das Sparpaket der Bundesregierung wird diese Entwicklung weiter begünstigen.

DIW Studie: Die Kluft zwischen Arm und Reich ist rasant gestiegen.

(15.06.2010) Laut einer Studie zur Einkommensverteilung der Haushalte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die Kluft zwischen Arm und Reich rasant angestiegen. Ursache für diesen Anstieg ist Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt, so das DIW. So ist die Anzahl der Einkommensschwachen und die der Reichen Haushalte gestiegen. Reiche Haushalte werden immer reichen zu Lasten der armen Haushalte, die im Gegensatz dazu immer ärmer werden.

Am Dienstag stellte das DIW-Institut eine Studie vor, in der aufgezeigt wird, was viele schon vermuteten: Die Anzahl der reichen Haushalte in Deutschland sind in absoluten Zahlen gestiegen. Im Verlauf der letzten zehn Jahre sind die armen Haushalte allerdings noch ärmer geworden. Die Schere zwischen Arm und Reich spaltete sich immer weiter auf. Das macht sich auch bei der sogenannten Mittelschicht bemerkbar, diese schrumpft immer weiter und macht kaum mehr zwei Drittel in Deutschland aus. So gehörten gerade einmal 60 Prozent der Haushalte noch der Mittelschicht an. Als Mittelschicht wird angesehen, wer zwischen 860 und 1844 Euro Nettolohn monatlich verdient. Vor etwa zehn Jahren lag der Anteil der sog. Mittelschicht noch bei 64 Prozent. Hierzu sagte DIW-Forscher Martin Gornig, "Mittlere Schichten begründen ihren Status nicht auf Vermögen, sondern auf Einkommen".

Besonders rasant ist der Anteil der Haushalte gestiegen, die über ein geringes Einkommen verfügen. In den letzten zehn Jahren ist der Anteil der armen Menschen von 18 Prozent (2000) auf fast 22 Prozent (2010) angestiegen. Zudem verfügen Einkommensschwache Haushalte über immer weniger Einkommen. Vor zehn Jahren verfügte ein Single noch im Durchschnitt ein monatliches Einkommen von über 680 Euro, heute sind es gerade noch im Durchschnitt 645 Euro. Hinzu kommen noch die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Der Anteil der Reichen Haushalte liegt bei über 16 Prozent. Zwar sei der Anteil durch die Wirtschaftskrise leicht gesunken, jedoch hätten die reichen Haushalte im vergangenen Jahr ihr Einkommen stark verbessern können. Die reichen Haushalte verfügen mittlerweile über ein Einkommen von mehr als 150 Prozent des sog. Mittelwertes auf. Tendenz steigend.

"Auf der einen Seite steigt die Zahl der Menschen, die im Luxus leben, und auf der anderen Seite die Zahl derjenigen, die mit niedrigem Einkommen auskommen müssen oder sogar arm sind", so der DIW.

In den Städten entwickeln sich immer mehr sog. Armenviertel. Damit werde die Armut gefestigt. Die Wirtschaftswissenschaftler kritisieren auch das neue Sparpaket der Bundesregierung. Das Sparpaket, da es übermäßig einkommensschwache Haushalte belastet, spalte die Gesellschaft weiter im zunehmenden Maße und lasse die Armut weiter anschwillen.

Für die DIW Experten liegt die Hauptgrund beim Arbeitsmarkt und die steigende Arbeitslosigkeit. Hier hätte die Anzahl der Beschäftigten in den letzten zehn Jahren kontinuierlich abgenommen. "Wenn die Zahl der Beschäftigten zurückgeht, steigt die Zahl der Menschen in unteren Einkommensgruppen.", so der DIW-Experte. Doch wer glaubt, mit einer steigenden Beschäftigungszahlen würde diese Entwicklung gestoppt, der irrt. Laut DIW Experten werden diese Entwicklung eher gestoppt, als umgekehrt.

Der DGB hatte bereits in einer neu vorgestellten Studie fest gestellt, dass das neue Sparpaket vor allem Alleinerziehende und Familien belaste und die Armut voran treibe. Der DGB kritisierte vor allem den Wegfall des Elterngeldes von Hartz IV-Beziehern. IG-Metall Chef Berthold Huber sieht sich in der DIW Studie bestätigt und macht vor allem die Politik dafür verantwortlich. So sagte Huber gegenüber der "Süddeutschen Zeitung": "Es muss Schluss sein nach dem Motto: Die Armen zahlen die Zeche, die Reichen bleiben ungeschoren". (sb)

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