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Keine Hartz IV Differenzierung - und jetzt?

Keine Hartz IV Differenzierung- und jetzt?
Eine Leserzuschrift von U.W.

Na schön, wenn nicht mal der DGB für uns ist, das heißt tatsächlich die Leute, die unverschuldet in die Arbeitslosigkeit und dann auch bald in die Armut rutschen.

Ich bin 53 Jahre alt und habe meinen Job durch Mobbing nach 16 Jahren verloren. Ich bekomme jetzt durch meine 30 Stunden-Tätigkeit 23,17 Euro pro Tag. Ich habe über 35 Jahre eingezahlt in die Arbeitslosenversicherung, und zwar Vollzeit. Ich könnte kotzen. Die Armut ist vorprammiert. Mein Hinzuverdienst liegt bei 165 Euro. Ich darf nicht mal mehr dazuverdienen, sonst krallt es sich der Staaat wieder. Verdammt, es ist mein Geld.

Hartz IV, allein der Name gehört abgeschafft. So wie ich gehört habe, ist man da Mensch zweiter Klasse, ich war mal Erzieherin, daher hatte ich auch einen Marktwert. Hartz IV heisst, über alles Auskunft geben, wo bleibt denn da die Menschenwürde? Wo ist mein Geld, das ich in die ALG Versicherung eingezahlt habe? Hätt ich das mal privat angelegt!
So - und nun? Wie soll ich mir Zähne leisten, eine Waschmachine, wenn sie kaputt ist, Reparaturen? Umziehen muss ich. Meine Möbel gehen drauf, die ich mir mühsam angeschafft habe. Weil ja die Wohnung bloss nicht zu gross sein darf. Man ist kein Mensch mehr, sondern muss um seine Rechte kämpfen wie ein Huhn auf der Legefarm. Kein GEZ bezahlbar, fürs Enkelchen nicht mehr sparen.

Ich bin fleissig, intelligent, sogar begeisterungsfähig - und würde natürlich meinen Lebensstandard sichern durch einen 400 Euro Job. Aber das geht ja nicht. Wer setzt sich für uns ein? (Ein Leserbrief von U.W., 15.07.2009)

Volkssolidarität warnt vor Sozialabbau Linke kritisieren Hartz IV-Abwrackprämien Urteil