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Hartz-IV: ALG II Empfänger sind kompromissbereit

Mehr als zwei Drittel der befragten Hartz IV Empfänger würden laut einer IAB Studie einen langen Arbeitsweg, ungünstige Arbeitszeiten, eine Arbeit unter ihrem Qualifikationsniveau oder belastende Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen.

IAB Studie: Arbeitslosengeld II Bezieher/innen sind bei der Suche nach Arbeitsplätzen sehr wohl kompromissbereit

Aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht hervor, dass Hartz-IV Betroffene bei der Suche nach Jobs sehr wohl kompromissbereit sind. Mehr als zwei Drittel würden einen langen Arbeitsweg, ungünstige Arbeitszeiten, eine Arbeit unter ihrem Qualifikationsniveau oder belastende Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen. Rund zwei Drittel der Befragten können sich nicht vorstellen, für einen neuen Job den Wohnort zu wechseln. Die Lohnvorstellungen der Arbeitslosengeld-II-Empfänger liegen durchschnittlich bei 6,29 Euro netto pro Stunde und damit unter einem gerechten Lohn von 10 Euro in der Stunde.

Dennoch berichten Medien wie "Spiegel Online", Vorurteile gegenüber Hartz-IV Betroffenen würden "bestätigt werden", weil rund zwei Drittel der Befragten sich nicht vorstellen könnten, den Wohnort zu wechseln. Zunächst einmal kann behauptet werden, dass die Studie nicht unabhängig in Auftrag gegeben wurde. Das IAB gehört zur Bundesagentur für Arbeit (BA). Zum anderen können Fragen nach einem Wohnortwechsel nicht pauschal beantwortet werden. Wichtige Faktoren wie ein "soziales Netzwerk" spielen bei der Beantwortung eine gewichtige Rolle. Zudem zeigen sich mit Sicherheit jüngere Erwerbslose wesentlich flexibler als ältere Erwerbslose. Das geht allerdings aus der IAB Studie nicht hervor. Bei Menschen ohne ALG II Anspruch ist die Bereitschaft umzuziehen fast identisch.

Eine stärkere Umzugsbereitschaft der ALG II-Bezieher äußert sich laut IAB darin, dass sie sich häufiger auf Stellen bewerben, für die sie den Wohnort wechseln müssen: Nur knapp 10 Prozent der Befragten ohne Hartz IV- Bezug hatten sich in den letzten vier Wochen auf eine Stelle beworben, für die sie hätten umziehen müssen. Bei den ALG II-Beziehern lag der Wert mit knapp 13 Prozent etwas höher und stieg in der zweiten Welle sogar noch um einen Prozentpunkt an. So kann behauptet werden, dass sich Hartz IV Betroffene sehr wohl aktiver in der Arbeitsplatzsuche außerhalb iherer Region betätigen, als andere. Nur wird gesellschaftlich erwartet, dass ALG II Bezieher ihre eigenen Bedürfnisse und ihre Lebenssituation für Niedriglohn Jobs völlig aufgeben. (07.09.2009)


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